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Article: Informations about Aufzugsanlage


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Aufzugsanlage

Eine Aufzugsanlage, kurz Aufzug, Fahrstuhl oder Lift genannt, ist eine Anlage, mit der Personen oder Lasten in einer beweglichen Kabine, einem Fahrkorb oder auf einer Plattform in vertikaler oder schrĂ€ger Richtung zwischen zwei oder mehreren Ebenen transportiert werden können. Aufzugsanlagen zĂ€hlen in der Fördertechnik zu den unstetigen Förderanlagen. AußenaufzĂŒge in Ottawa, [[Kanada]] Hammetschwand-Lift, Außenaufzug am BĂŒrgenstock, [[Schweiz]] Elevador de Lacerda, Salvador da Bahia Runder Glasaufzug GlĂ€serner Aufzug des GĂŒrzenich in [[Köln]]Die eigentliche Definition fĂŒr einen Aufzug ist:
* Förderhöhe mindestens 180 cm
* teilweise gefĂŒhrte Aufzugskabine
* feste Zugangsstellen.

Begriffsabgrenzung


* Das Wort Lift bezeichnet auch Anlagen, um Wintersportler schrÀg aufwÀrts zu befördern, siehe Skilift, Schlepplift und Sessellift.
* Ein Personentransportkorb an einem Kran ist kein Aufzug, da er die vorangestellten Anforderungen nicht erfĂŒllt.
* Rolltreppen sind von AufzĂŒgen dadurch abgegrenzt, dass sie nicht den Aufzugsrichtlinien, sondern der eigenen europĂ€ischen Richtlinie EN 115, Sicherheit von Fahrtreppen und Fahrsteigen unterliegen.
* Schachtförderanlagen sind prinzipiell den Aufzugsanlagen Àhnlich, sie gelten technikhistorisch den Aufzugsanlagen als Vorbild und sind wie diese den unstetigen Förderanlagen zuzurechnen. Unterschiede zu Aufzugsanlagen bestehen in der Dimensionierung und Anordnung der wesentlichen Anlagenelemente. Schachtförderanlagen unterliegen nicht den aufzugs- sondern den bergbaurechtlichen Vorschriften.
* Seilbahnen sind eine eigene Sparte von Beförderungsmittel und unterliegen den einschlÀgigen Seilbahngesetzen.
* Standseilbahnen sind eine Unterform der Seilbahnen und werden gelegentlich, wegen der Ähnlichkeit der FĂŒhrung auf schiefer Ebene und nicht immer eindeutiger Unterscheidungsmöglichkeit, als SchrĂ€gaufzug bezeichnet.

Geschichte

Aufzugsentwurf von Konrad Kyeser (1405) Aufzug aus den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in HelsinkiKleine Warenlifte wurden schon frĂŒh dazu benutzt um Waren aus der KĂŒche in die SpeisesĂ€le zu transportieren. Erst spĂ€ter wurden auch Personenlifte gebaut.Maßgebend fĂŒr den Durchbruch war die Erfindung des absturzsicheren Aufzugs im Jahre 1853 durch den US-Amerikaner und GrĂŒnder der Otis Elevator Company Elisha Graves Otis. Bei einer Demonstration vor großem Publikum befand Otis sich in einem Aufzug und ließ von einem Assistenten dessen einziges Tragseil durchschneiden. Der Aufzug bremste sich von selbst, und die Sicherheit war damit eindrucksvoll vorgefĂŒhrt.vgl. z.B. Bill Bryson: Made in America: an Informal History of the English Language in the United States, Black Swan, 1998, S.121. Mit der nun geschaffenen Möglichkeit, sichere PersonenaufzĂŒge einzusetzen, begann der Siegeszug der Wolkenkratzer, deren obere Stockwerke erst durch AufzĂŒge bequem zu erreichen waren. Um 1891 beginnend wurde der Leonardsatz (Ward-Leonard-Umformers) des US-amerikanischen Elektroingenieurs Harry Ward Leonard, insbesondere auch in industriellen Aufzugseinrichtungen, zur Drehzahl-Steuerung eingesetzt. Diese Art der Motorensteuerung wurde erst mit der industriereifen EinfĂŒhrung des Thyristorsatzes verdrĂ€ngt.In Europa setzten sich AufzĂŒge erst in den 1870er Jahren durch, nachdem auf der Weltausstellung 1867 in Paris erstmals ein Hydraulikaufzug prĂ€sentiert worden war. 1880 wurde von Werner von Siemens der erste elektrische Aufzug in Mannheim vorgestellt. Die Otis Elevator Company lieferte 1903 die ersten getriebelosen AufzĂŒge fĂŒr das Beaver Building in New York und das Majestic Building in Chicago.In der Folge Ă€nderte sich die architektonische Gestaltung großer Wohn- und BĂŒrokomplexe. Galten zuvor mehr als vier Etagen als geradezu gesundheitsgefĂ€hrdend, konnte nun mit dem Aufzug nahezu unbegrenzt in die Höhe gebaut und die oberen Etagen dennoch bequem erreicht werden. Die Wertigkeit der verschiedenen Ebenen kehrte sich ebenfalls um: „der Aufzug beendet die Ära der Bel Etage und begrĂŒndet die des Penthouse“ (Andreas Bernard). Elisha Otis demonstriert sein Sicherheitssystem am Crystal Palace, 1853.Die frĂŒher verbreitete offene Gitterbauweise der Kabine in einem ebenfalls offenen Schacht, meistens in der Mitte einer diesen umgebenden Treppe, wird aus SicherheitsgrĂŒnden heute nicht mehr erbaut, jedoch sind derartige Anlagen außerhalb Deutschlands auch in Europa noch in Betrieb, wobei gegebenenfalls die alte offene Kabine durch eine neue geschlossene im alten Schacht ersetzt wurde.Der Aufzug ist das sicherste Massentransportmittel. In 72 Stunden fĂ€hrt, statistisch gesehen, jeder Mensch auf der Erde einmal Aufzug. Heute wird der Aufzugbau weiterentwickelt, und spezielle Anlagen wie AufzĂŒge ohne Triebwerkraum oder Anlagen mit frequenzgeregelten Antrieben verbreiten sich immer mehr.

Bauarten und Bauformen von AufzĂŒgen

PersonenaufzugAbhÀngig von Bauart, Anlageform und Verwendungszweck können Aufzugsanlagen unterteilt werden:

Bauarten nach Verwendungszweck



Personenaufzug
Der Personenaufzug dient hauptsÀchlich der Beförderung von Personen. Er ist die am hÀufigsten zum Einsatz kommende Aufzugsart.

Lastenaufzug
Lastenaufzug, eingesetzt bei der Renovierung der Außenfassade der katholischen Kirche in KuselEin Lastenaufzug ist eine Aufzugsanlage zum vorrangigen Transport von Lasten und gegebenenfalls Begleitpersonen. Die Nutzung ist nur dem Betreiber der Aufzugsanlage sowie dessen BeschĂ€ftigten erlaubt.FĂŒr LastenaufzĂŒge gab es vereinfachte AusfĂŒhrungen hinsichtlich der Bauweise, auf Anregung der Industrie. Industriebauten sind hĂ€ufig nicht frei zugĂ€ngliche Einrichtungen mit einem festen Personenkreis, der regelmĂ€ĂŸig geschult wird. So durfte in der Vergangenheit auf die FahrkorbtĂŒren verzichtet werden. Nach vielen schweren UnfĂ€llen mit teilweise tödlichem Ausgang mussten die LastenaufzĂŒge oftmals zumindest mit LichtvorhĂ€ngen als Sicherung nachgerĂŒstet werden. Neue LastenaufzĂŒge benötigen nach der DIN EN 81 jetzt grundsĂ€tzlich KabinenabschlusstĂŒren.

GĂŒteraufzug
Ein GĂŒteraufzug ist nach der bisherigen deutschen Aufzugsverordnung eine Aufzugsanlage, die ausschließlich zum Transport von GĂŒtern ohne die Begleitung von Personen gedacht ist. Das Betreten – außer zum Be- und Entladen â€“ sowie die Mitfahrt sind verboten. Aus diesem Grund dĂŒrfen die GĂŒteraufzĂŒge nur von außen herbeigeholt und bedient werden. In der Kabine darf sich kein Bedientableau befinden.Sonderformen der GĂŒteraufzĂŒge sind KleinlastenaufzĂŒge wie sie in BĂŒrogebĂ€uden zum Aktentransport oder als Laborlifte zur Anwendung kommen, sowie SpeiseaufzĂŒge in Villen oder Restaurationsbetrieben. HĂ€ufig im Straßenbild anzutreffen sind Möbellifte, die fĂŒr den Transport von Mobiliar bei UmzĂŒgen, vorzugsweise aus höheren Etagen, Anwendung finden.

Autoaufzug
Alten Elbtunnel in Hamburg-Steinwerder]]AutoaufzĂŒge sind speziell fĂŒr die Beförderung von Kfz, besonders von Personenkraftfahrzeugen ausgelegt. Sie unterliegen, neben den ĂŒblichen Vorschriften, besonderen Regeln, was den Einbau und den Betrieb der Anlagen betrifft. So werden sie mit einer Tragkraft ab 2000 kg ausgelegt.Im Shanghai World Financial Center wurde zur Versorgung der Ausstellungshalle im 94. Stockwerk in 423 Metern Höhe mit Autos und anderen Lasten ein Autoaufzug eingebaut. Er ist fĂŒr eine Traglast von 3 Tonnen ausgelegt und erreicht die Ausstellungshalle in rund zwei Minuten.
Die Otis Elevator Company hat einen einzigartigen Aufzug entwickelt ..., datiert mit 23. Juni ohne Jahr. Abgerufen am 12. Februar 2010.
Es dĂŒrfte sich dabei um den zurzeit lĂ€ngsten und mit dem fĂŒr einen Autoaufzug höchstgelegenen Stockwerk der Welt handeln.

Baustellenaufzug
BaustellenaufzugEin Baustellenaufzug ist eine Form einer Aufzugsanlage, die an hohen GebĂ€uden zum Transport von Personen und Lasten wĂ€hrend der Bauphase installiert wird.Viele BaustellenaufzĂŒge funktionieren seit den 1980er Jahren nach dem Zahnstangen-Ritzel-Prinzip. Dies bedeutet, dass meist an Gittermasten, welche ĂŒbereinandergeschraubt werden, die Zahnstangen befestigt sind. An diesen Zahnstangen werden die Aufzugskabinen, meist mit Hilfe von Elektromotoren, ĂŒber Ritzel angetrieben. Sie werden deshalb auch als Kletter-AufzĂŒge bezeichnet. Die Fördergeschwindigkeiten sind sehr unterschiedlich. Je nach TransportkapazitĂ€t und Förderhöhe liegen sie im Allgemeinen zwischen 24 und 100 m pro Minute.AufzĂŒge in dieser AusfĂŒhrung dĂŒrfen nur von speziell eingewiesenen Personen genutzt werden, da sich diese im Störungsfalle selber aus der Kabine befreien mĂŒssen.Die TragfĂ€higkeit von BaustellenaufzĂŒgen beginnt bei ca. 100 kg und geht in SonderfĂ€llen bis zu 10.000 kg, wobei die AntriebsausfĂŒhrung des/der Elektromotors/Elektromotoren mit unterstĂŒtzenden Maßnahmen versehen wird (HydraulikunterstĂŒtzung/Frequenzumformer), um insbesondere die hohen Anlaufströme wĂ€hrend des Anfahrens mit hoher Last zu vermindern.Förderhöhen von mindestens 75 m Höhe sind die Regel, Höhen bis zu 450 m Höhe sind mit speziellen Gittermasten erreichbar. Bei BaustellenaufzĂŒgen unterscheidet man auch zwischen einer Einzelfahrkorbanlage und einer Doppelfahrkorbanlage. Dies gibt die Anzahl der Fahrkörbe an, welche an einem Mast hochfahren können. Bei Doppelfahrkorbanlagen werden an zwei gegenĂŒberliegenden Seiten der Gittermasten Zahnstangen angebracht. Diese ermöglichen das unabhĂ€ngige Fahren eines jeden Fahrkorbes. Meist wird diese Variante zur Kostenersparnis bei höheren GebĂ€uden genutzt, da nur ein Gittermast vorgehalten und montiert werden muss. Beispiele finden sich bei Enka, Moskau City Projekt und dem Messeturm Frankfurt.Daneben sind − vor allem bei Dachdeckern – SchrĂ€gaufzĂŒge zum Materialtransport in Verwendung, aus denen sich auch die MöbelaufzĂŒge entwickeln. Sie sind schnell und ohne grĂ¶ĂŸere Befestigungsmaßnahmen temporĂ€r aufstellbar, aber nur fĂŒr Lasten von bis zu 500 kg vorgesehen.

Sonderform Schiffshebewerk
Schiffshebewerk Niederfinow→ Hauptartikel: SchiffshebewerkEine Sonderform stellt ein Schiffshebewerk in Querförderung und in Vertikaler Förderung dar, wo das Schiffshebewerk wie ein Senkrecht- oder SchrĂ€gaufzug funktioniert. Der Wassertrog erfĂŒllt dabei die Funktion der Kabine. Als Beispiel genannt: Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller.

Bauformen nach Kabinensystem



EinkabinenaufzĂŒge
AufzĂŒge mit einer Kabine fĂŒr eine Etage sind seit jeher und immer noch Standard.Die immer höheren GebĂ€ude bedingen jedoch zur raschen Grob- und Feinverteilung von Personen und Lasten immer komplexere Aufzugssysteme im einzelnen Schacht. Kabinen mit mehr als einer TĂŒr werden Durchlader genannt. Sie ermöglichen das Ein- und Aussteigen in unterschiedliche Richtungen und machen so die Raumaufteilung in den Stockwerken flexibler.

DoppelstockaufzĂŒge
DoppelstockaufzĂŒge – auch: DoppeldeckeraufzĂŒge und DoppeldeckaufzĂŒge (die drei Begriffe kommen gleichermaßen zur Anwendung) – haben zwei fest miteinander verbundene Kabinen und fahren damit zwei Stockwerke gleichzeitig an. Dabei ist eine flexible Steuerung möglich, aber auch eine paarweise Gruppierung, so dass einer der AufzĂŒge die ungeraden, ein anderer die geraden Stockwerke anfĂ€hrt. An Halten mit hohem Fahrgastaufkommen wie Eingangshallen oder Sky-Lobbys werden die vom Aufzug gleichzeitig angefahrenen Stockwerke ĂŒber Rolltreppen erschlossen, die beide Decks des Aufzugs zugĂ€nglich machen.Um den Einsatz von DoppelstockaufzĂŒgen in GebĂ€uden mit unterschiedlichen Stockwerkshöhen zu ermöglichen, gibt es Konstruktionen, bei denen die beiden Kabinen ĂŒber Schraubenspindeltriebe oder ĂŒber scherenĂ€hnliche Verbindungsglieder verbunden sind. Die Steuerung passt wĂ€hrend der Fahrt den Kabinenabstand dem jeweiligen Etagenabstand der beiden angefahrenen Stockwerke an.DoppelstockaufzĂŒge kommen immer öfter in hohen GebĂ€uden zum Einsatz. Beispiele:
* Eine der Ă€ltesten und bekanntesten Doppeldeckeranlagen sind seit seiner Eröffnung im Jahr 1889 die DoppelstockaufzĂŒge in den Pfeilern des Eiffelturms.
* Im Burj Khalifa, dem zurzeit (Anfang 2010) höchsten Bauwerk der Welt wurden ebenfalls DoppelstockaufzĂŒge mit einer Förderleistung von zehn Metern pro Sekunde eingebaut.
OTIS Anlagen im höchsten GebĂ€ude der Welt – dem Burj Khalifa in Dubai, Januar 2010. Abgerufen am 12. Februar 2010

* Im Shanghai World Financial Center wurden als Gemeinschaftsauftrag der Firmen Otis Elevator Company und ThyssenKrupp Elevator 32 DoppeldeckeraufzĂŒge als HochgeschwindigkeitsaufzĂŒge untergebracht. Mit einer Tragkraft von je 2.000 Kilogramm und einer Spitzengeschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde (36 km/h) bedienen sie die Sky Lobby in 240 Metern Höhe. Damit waren diese Anlagen im Juli 2009 die schnellsten DoppeldeckeraufzĂŒge der Welt.Einzelnachweise im Hauptartikel Shanghai World Financial Center (Abschnitt Innenkern des GebĂ€udes)
* Im Taipei 101 versorgen sie die Besucherplattformen im 89. bis 91. Stockwerk.
Taipei International Financial Center (Taipei 101), 3. November 2009. Abgerufen am 13. Februar 2010.
Auch auf Schiffen kommen vereinzelt DoppelstockaufzĂŒge zum Einsatz, wie zum Beispiel auf den EisenbahnfĂ€hren der Railship AG, wo zur raschen Verteilung der Eisenbahnwaggons doppelstöckige LastenaufzĂŒge zum Einsatz kamen (Railship I und II) und kommen (Railship III).Theoretisch sind nach diesem Prinzip Anlagen auch mit drei oder mehr fest miteinander verbundenen Kabinen denkbar.

MehrkabinenaufzĂŒge (Twin-System)
Seit 2003 gibt es von ThyssenKrupp AG AufzĂŒge in ansonsten konventioneller Treibscheibentechnik, bei denen zwei Kabinen im selben Schacht verkehren. Die untere Kabine wird dabei von Tragseilen, die seitlich an der oberen Kabine vorbeilaufen, getragen. Durch eine Zielauswahlsteuerung sind dem Leitrechner Start und Ziel jeder Fahrt schon vor Fahrtbeginn bekannt; Kollisionen werden in der Steuerung ausgeschlossen. Im Vergleich zu zwei Aufzugsanlagen ĂŒbereinander im selben Schacht hat das System den Vorteil, dass es keine starre Grenze gibt, die von den Kabinen nicht ĂŒberquert werden kann. Durch das Ausweichen der Kabinen in eine vertiefte Schachtgrube bzw. erhöhten Schachtkopf ist es möglich, dass beide Kabinen alle Stockwerke anfahren können. Hierdurch soll eine Zeitersparnis von 65 % erreicht werden.Theoretisch sind nach diesem Prinzip Anlagen auch mit drei oder mehr Kabinen in einem Schacht denkbar.

PaternosteraufzĂŒge
→ Hauptartikel: Paternosteraufzug

Unterscheidung nach der Bewegungsrichtung



SenkrechtaufzĂŒge
Die Standardbewegungsrichtung von Aufzugsanlagen, wie sie in Bauwerken aller Art zu finden sind, ist in Lotrichtung (vertikal).

SchrĂ€gaufzĂŒge
→ Hauptartikel: SchrĂ€gaufzugOftmals finden sich in Bauwerken Aufzugsanlagen, bei denen die Kabinen eine zur Vertikalen geneigte Wegstrecke zurĂŒcklegen mĂŒssen. Manchmal kommen bei solchen Anlagen Kombinationen aus geneigter, vertikaler und FĂŒhrung in Bogenform zur Anwendung. Eine der bekanntesten Anlagen von SchrĂ€gaufzĂŒgen dieser Art sind DoppelstockaufzĂŒge in den Pfeilern des Eiffelturms.Eine Sonderform der SchrĂ€gaufzĂŒge stellen jene Anlagen dar, bei denen eine Abgrenzung zu Standseilbahn nicht mehr klar ersichtlich ist. Um dieses Abgrenzungsproblem zu beheben wurde mit der europĂ€ischen Aufzugsrichtlinie (Richtlinie 95/16/EG des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 29. Juni 1995 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten ĂŒber AufzĂŒge) der Begriff „SchrĂ€gaufzug“ auf europĂ€ischer Ebene klar definiert. Demnach ist ein SchrĂ€gaufzug ein Beförderungsmittel, das, von Seilen oder Ketten gezogen, fĂŒr den Transport von Personen oder Personen und Lasten bestimmt ist und das sich zwischen FĂŒhrungsschienen, die mit einem maximalen Winkel zwischen 15° und 75° gegen die Senkrechte geneigt sind, ohne BeschrĂ€nkung des Fahrwegs bewegt (europĂ€ische Norm fĂŒr SchrĂ€gaufzĂŒge – prEN 81-22).→ Hauptartikel: TreppenschrĂ€gaufzugEine weitere Sonderform eines PersonenschrĂ€gaufzugs sind die Treppenlifte zur Überwindung von Stiegen zu erwĂ€hnen. Sie werden als Plattform- oder HĂ€ngelifte zur Rollstuhlbeförderung oder als Sitz- und Stehlifte ausgefĂŒhrt.

Sonderform Schmid-Peoplemover
Eine Sonderform stellt der Schmid-Peoplemover von ThyssenKrupp AufzĂŒge zur ÜberbrĂŒckung von Straßen, Gleisanlagen, Wasserwegen und dergleichen. Die Kabine wird dabei in einer Kombination in vertikaler Richtung in zwei TĂŒrmen und in horizontaler Richtung ĂŒber eine BrĂŒcke gefĂŒhrt. Der Antrieb sitzt auf dem Kabinendach. Die Kabine ist an einem Fahrwagen befestigt, der die FĂŒhrungsaufgabe an den FĂŒhrungsschienen ĂŒbernimmt. In den TĂŒrmen fĂ€hrt die Kabine wie ein normaler Aufzug senkrecht die FĂŒhrungsschienen entlang. Im waagrechten Teil der BrĂŒcke ist die Kabine hĂ€ngend am Fahrwagen gefĂŒhrt. Der Schmid-Peoplemover gilt rechtlich als Aufzug.
Schmid-PeoplemoverÂź – ÜberfĂŒhrung und Revolution (PDF). Abgerufen am 13. Februar 2010.


AufzĂŒge als Verkehrsmittel

Der Berner Mattenlift Historischer Fahrschein des Salzburger MönchsbergaufzugsAllgemein gelten AufzĂŒge als die sichersten und am hĂ€ufigsten frequentierten Verkehrsmittel der Welt. Im statistischen Mittel benutzt jeder Mensch alle drei Tage einen Aufzug. Vereinzelt dienen AufzĂŒge auch als Verkehrsmittel im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), sie können gegen Entrichtung eines Beförderungsentgelts oder kostenlos benutzt werden. Typischerweise handelt es sich um freistehende Anlagen an einer Bergflanke, die obere Ebene ist dabei meist ĂŒber eine BrĂŒcke erreichbar:
* Der Elevador Lacerda verknĂŒpft seit 1873 die Unterstadt mit der Oberstadt der brasilianischen Stadt Salvador da Bahia
* Katarinahissen in Stockholm verbindet seit 1883 Slussen mit dem 38 Meter höher gelegenen Södermalm, 2001 war dieser jedoch außer Betrieb
* Auf der Insel Helgoland verbindet seit 1885 ein Aufzug als einziges öffentliches Verkehrsmittel das Unterland mit dem Oberland
* Der Mönchsbergaufzug verbindet seit 1890 die Salzburger Altstadt mit dem Mönchsberg
* In der Schweizer Bundeshauptstadt Bern fĂŒhrt der Mattenlift seit 1897 von der Badgasse auf die MĂŒnsterplattform
* In Lissabon verbindet der Elevador de Santa Justa seit 1902 die Unterstadt mit der Oberstadt
* Der Personenaufzug Bad Schandau befördert seit 1904 Personen auf die sogenannte Ostrauer Scheibe
* Der 1905 fertiggestellte Hammetschwand-Lift in der Schweiz erschließt einen Aussichtspunkt auf dem BĂŒrgenstock
* Monaco: In Monte Carlo kann man mit dem Aufzug von einem Stadtteil in den anderen fahren.
* Marburg: Vier Anlagen (eine davon privat, der Rest öffentlich) mit zusammen acht Aufzugskabinen verbinden die oberen mit den unteren Stadtteilen (siehe Nahverkehr in Marburg#AufzĂŒge)
* In Stuttgart verbindet ein glĂ€serner Aufzug den Schloßplatz mit dem Kleinen Schlossplatz.
* In Baden verbindet der Limmatsteg und der Promenadenlift die Gemeinde Ennetbaden mit dem Bahnhof Baden

Antriebssysteme bei Aufzugsanlagen

Je nach Einsatzzweck und dem Stand der Technik entsprechend eingesetzt gibt es zurzeit vier Systemarten der KraftĂŒbertragung um Antrieb in Förderhöhe umzusetzen. Dies ist nicht bei allen vier Systemarten gleichzusetzen mit Antriebsarten, da es beim Seilaufzug unterschiedliche Formen von Antrieben gibt und gab. Ein weiteres, das derzeit „Seilloser Aufzug“ genannte Antriebssystem, ist noch Stand der Forschung und noch weit von der Serienreife entfernt.

Seilaufzug

Beim Seilaufzug hĂ€ngt die Kabine an Tragseilen. Die Ă€lteste Form des Seilaufzugs war der Trommelaufzug, bei dem die Seile auf einer Trommel aufgewickelt wurden, Ă€hnlich einer Angelschnur. Die Seile sind mit dem einen Ende fest an der Trommel befestigt. Das Gegengewicht hĂ€ngt an einem zweiten Seil, das von einer gegenlĂ€ufigen Trommel, die auf derselben Welle sitzt, auf- oder abgespult wird. Die ersten TrommelaufzĂŒge wurden Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und von Dampfmaschinen angetrieben. Da die LĂ€nge der Seile durch die GrĂ¶ĂŸe der Trommel begrenzt ist, und sich der Trommelaufzug daher nicht fĂŒr große Förderhöhen eignet, wurde er zunehmend vom Treibscheibenaufzug verdrĂ€ngt. Ein weiterer Nachteil ist die Verwendung nur eines einzigen Tragseiles, das weniger Sicherheit bietet als der Einsatz mehrerer Seile wie beim Treibscheibenaufzug. Von Vorteil ist der fehlende Schlupf. Treibscheibenantrieb einer AufzugsgruppeBeim Treibscheibenaufzug werden die Tragseile, die an einem Ende die Kabine und am anderen Ende ein Gegengewicht tragen, ĂŒber eine angetriebene Rolle, die Treibscheibe, gefĂŒhrt. Die Seile sind nicht an der Treibscheibe befestigt, sondern werden durch die Reibung gehalten und bewegt. Zur VergrĂ¶ĂŸerung der AuflageflĂ€che und dadurch der Reibung besitzt die Treibscheibe Rillen, z. B. Keilrille (V-förmig) oder Rundrille – jeweils mit oder ohne Unterschnitt –, in die die Seile durch die Zugspannung gepresst werden. Der Vorteil des Treibscheibenaufzugs besteht darin, dass nahezu beliebig lange Tragseile verwendet werden können (durch das Eigengewicht der Seile wird allerdings ab einer gewissen Seilmasse eine Seilgewichtsausgleichskette benötigt, die das Gewicht, egal bei welchem Verfahrstand ausgleicht) und dieser energetisch wirtschaftlicher arbeitet als ein Trommelaufzug. Dieser Aufzugstyp eignet sich fĂŒr HochhĂ€user.Das Treibscheibenprinzip wurde von dem deutschen Bergbauingenieur Carl Friedrich Koepe erfunden, der erstmals 1878 eine Schachtförderanlage der Zeche Hannover damit ausrĂŒstete.Als Antriebsarten bei SeilaufzĂŒgen kamen in der Anfangszeit Dampfmaschinen zum Einsatz, spĂ€ter wurden die Dampfmaschinen durch Elektroantriebe ersetzt. Die KraftĂŒbertragung auf die Treibscheibe erfolgt ĂŒber eine Kombination aus Elektromotor-Getriebe (frĂŒher auch bei TrommelaufzĂŒgen) mit 0,1 m/s bis 2,5 m/s oder durch getriebelose Aufzugsmaschinen mit 0,63 m/s bis ĂŒber 10 m/s.Der Maschinenraum liegt ĂŒblicherweise oberhalb des Schachts, im Schachtkopf. Über Umlenkrollen kann er auch in der Mitte oder am unteren Ende des Aufzugsschachts angeordnet werden. Die Last wird jedenfalls von oben liegenden Bauteilen aufgenommen. Durch Einsatz meist getriebeloser Permanentmagnetmotoren und platzsparenden BaugrĂ¶ĂŸen gibt es seit etwa 1995 (geregelt mit EinfĂŒhrung der Norm EN81 1999) auch maschinenraumlose (MRL) SeilaufzĂŒge mit einem Motor samt Frequenzrichter im Schachtraum und einer dezentralen Steuerung. Sie werden ĂŒblicherweise bis zu 80 m eingesetzt, aber nicht bei LastaufzĂŒgen. Die Wartbarkeit ist dabei etwas erschwert und jeder Hersteller hat sein eigenes Patent, welches noch geschĂŒtzt ist. Bei grĂ¶ĂŸeren Höhen ist der Antrieb zwar auch oft getriebelos, aber in einem Motorraum.Man unterscheidet verschiedene AufhĂ€ngungsarten: AufhĂ€ngungsarten von SeilaufzĂŒgen Traggurte eines AufzugsBei der 1:1-AufhĂ€ngung sind die Kabine und das Gegengewicht jeweils direkt an den Seilenden befestigt. Bei der 2:1-AufhĂ€ngung sind die Seilenden an der Decke (Schachtkopf) des Aufzugsschachts befestigt, wĂ€hrend Kabine und Gegengewicht je mittels Umlenkrollen an den Seilen hĂ€ngen. So wird ein einfacher Flaschenzug erzeugt, mit dem die doppelte Nutzlast (bei halber Geschwindigkeit) gehoben werden kann. Weitere mögliche AufhĂ€ngungen sind 4:1 und 6:1. Sie finden jedoch seltener, und fast nur bei LastenaufzĂŒgen, Anwendung.Als Tragmittel werden im Allgemeinen Stahlseile verschiedener AusfĂŒhrung verwendet. Verwendung finden seit einiger Zeit aber auch beschichtete Stahlgurte (UmhĂŒllung aus Polyurethan), beschichtete Stahlseile (UmhĂŒllung aus Polyurethan) und Seile aus Kunststofffasern ( Aramid).

Hydraulikaufzug

Direkter und indirekter HydraulikaufzugBei hydraulischen AufzĂŒgen wird die Kabine durch einen oder mehrere Hydraulikkolben bewegt, die gewöhnlich am Boden des Aufzugsschachts vertikal eingebaut sind. Ist die Kabine fest mit dem Kolben verbunden, spricht man von einem direkt hydraulischen Aufzug. Wird die Kraft ĂŒber Tragseile und Rollen ĂŒbertragen, wird er als indirekt hydraulischer Aufzug bezeichnet. Beim indirekt hydraulischen Aufzug handelt es sich im Prinzip um einen umgekehrt betriebenen Flaschenzug, bei dem die lose Rolle durch die Hydraulik bewegt wird. Bei direkt angetriebenen Systemen kann sich der Kolben unter (In-ground) oder neben (bohrlochfrei) der Kabine befinden, bei indirekten Systemen immer daneben.Im Gegensatz zu SeilaufzĂŒgen eignen sie sich eher fĂŒr kleinere Förderhöhen. Inzwischen sind Höhen von 15 bis 25 m möglich, darĂŒber wird es gegenĂŒber dem Seil unökonomisch. Bohrlochfreie direkte Hydraulik wird ĂŒblicherweise bis zu 10 m Höhe eingesetzt. Der Triebwerksraum befindet sich ĂŒblicherweise neben der untersten Ebene. Bei problematischen PlatzverhĂ€ltnissen kann er durch die hydraulische KraftĂŒbertragung auch entfernt angeordnet werden, ĂŒblicherweise in bis zu 15 m Entfernung. Im und/oder unter dem Aufzugsschacht befindet sich ĂŒblicherweise nur der Kolben. Inzwischen gibt es Systeme bei denen der Antrieb ebenfalls im Aufzugsschacht eingebaut wird, sogenannte maschinenraumlose (MRL) Systeme. Vorteile bietet er auch fĂŒr LastenaufzĂŒge, da fast nur der Boden und keinesfalls die Decke belastet wird. Dies ist vorteilhaft bei Örtlichkeiten ohne Platz oder ausreichende StabilitĂ€t fĂŒr einen Schachtkopf sowie zusĂ€tzliche StĂŒtzen, wie etwa optisch zu erhaltende oder beengte Altbauten. Die Höchstgeschwindigkeit ist begrenzt, sie liegt bei maximal 1 m/s, ĂŒblicherweise bei 0,63 m/s.

Zahnstangenaufzug

Bei einem Zahnstangenaufzug ist die Aufzugskabine mit einem eigenen Antrieb ausgestattet. Der Antrieb kann durch einen Elektromotor oder einen Verbrennungsmotor nach dem Zahnstangen/Ritzelprinzip erfolgen.ZahnstangenaufzĂŒge werden unter anderem als BauaufzĂŒge, KranfĂŒhreraufzĂŒge, RettungsaufzĂŒge oder WartungsaufzĂŒge eingesetzt, um Material und Personen zu transportieren. Sie werden auch in abgespannten Sendemasten oder Ă€hnlichen Konstruktionen installiert, um die Flugsicherheitslampen oder andere Anlagenteile leichter warten zu können. Beispiele fĂŒr installierte ZahnstangenaufzĂŒge im Wartungsbereich sind die Tragmasten der Elbekreuzung 2 oder der Sendemast des WDR in Velbert-Langenberg mit Benzinmotor. Als KranfĂŒhreraufzĂŒge beim Erzumschlager Hansaport in Hamburg oder als RettungsaufzĂŒge fĂŒr die Feuerwehr beim Eisenbahntunnel ZĂŒrich–Thalwil. Vielen ist er auch bekannt aus RundgĂ€ngen und Exkursionen als Auffahrtmöglichkeit zum Dachstuhl des Kölner Domes.

Vakuumaufzug

Als exotische Sondervariante existiert der Vakuumaufzug. Der Antrieb erfolgt hier ĂŒber eine Pneumatik. Eine Druckluftpumpe oder Turbine hebt oder senkt die Bodenscheibe des Liftes je nach Geschosshöhe. Insofern wĂ€re richtigerweise nicht von einem Vakuum-, sondern vielmehr von einem "druckluftbetriebenen" Aufzug Ă€hnlich der frĂŒheren Rohrpost zu sprechen. Vorteile sind zum einen die geringen Einbaumaße (ein Ring von etwa einem Meter Durchmesser genĂŒgt) und zum anderen besonders sanfte Start- und StoppvorgĂ€nge. Nachteile sind die niedrige FörderkapazitĂ€t (1 bis max. 2 Personen) sowie die geringe Bauhöhe. Moderne Anlagen erreichen bis zu 10 Meter Förderhöhe. Der in seiner Röhrenbauform futuristisch anmutende Vakuumaufzug findet seine Produktnische vor allem bei Ein- und ZweifamilienhĂ€usern sowie im Bootsbau.
Vakuumelevators abgerufen am 25. Juli 2009


Seilloser Aufzug

An der RWTH Aachen im Institut fĂŒr Elektrische Maschinen wurde ein seilloser Aufzug entwickelt und ein Prototyp aufgebaut. M. Platen, Entwicklung eines Synchron-Linearantriebs fĂŒr ein vertikales Transportsystem, Dissertation, Institut fĂŒr Elektrische Maschinen der RWTH Aachen, Shaker Verlag Aachen, Juli 2001, ISBN 978-3826590115 Die Kabine wird hierbei durch zwei elektromagnetische Synchron-Linearmotoren M. Platen, G. Henneberger, Examination of leakage and end effects in a linear synchronous motor for vertical transportation by means of finite element computation, IEEE Transactions on Magnetics, volume 37 , number 5 , pages 3640 - 3643, 2001 angetrieben und somit nur durch ein vertikal bewegliches Magnetfeld gehalten bzw. bewegt. Diese Arbeit soll der Entwicklung von Aufzugsanlagen fĂŒr sehr hohe GebĂ€ude dienen. Ein Ziel ist der Einsatz mehrerer Kabinen pro Schacht, die sich unabhĂ€ngig voneinander steuern lassen. Bei Auswahl des Fahrtziels vor Fahrtantritt, d.h. noch außerhalb des Aufzugs, wird ein bestimmter Fahrkorb in einem der AufzugsschĂ€chte fĂŒr die Fahrt ausgewĂ€hlt, mit der sich der geplante Transport am schnellsten durchfĂŒhren lĂ€sst. Der Platzbedarf fĂŒr die gesamte Aufzugsanlage könnte somit um ein oder mehrere SchĂ€chte reduziert werden. Da die Kabinen seillos betrieben werden, ist ein Schachtwechsel ebenfalls denkbar. Hiermit können weitere Betriebsstrategien fĂŒr die seillose Aufzugsanlage entwickelt werden, zum Beispiel ein moderner Paternosteraufzug mit unabhĂ€ngig voneinander beweglichen Kabinen.Im Rahmen der Forschungen an dem seillosen Aufzug wird ebenfalls an der Entwicklung elektromagnetischer LinearfĂŒhrungen B. SchmĂŒlling, Elektromagnetische LinearfĂŒhrungen fĂŒr Aufzugsysteme, Dissertation, Institut fĂŒr Elektrische Maschinen der RWTH Aachen, Shaker Verlag Aachen, September 2009, ISBN 978-3832285296 gearbeitet, um den Verschleiß der seillosen Aufzugsanlage bei hohem Fahrkomfort zu minimieren. Weltweit wird an verschiedenen Forschungseinrichtungen an seillosen Antriebslösungen fĂŒr AufzĂŒge gearbeitet.H. S. Lim, R. Krishnan, Ropeless Elevator With Linear Switched Reluctance Motor Drive Actuation Systems, IEEE Transactions on Industrial Electronics, volume 54 , number 4 , pages 2209 - 2218, 2007A. Onat, E. Kazan, N. Takahashi, D. Miyagi, Y. Komatsu, S. Markon, Design and Implementation of a Linear Motor for Multicar Elevators, IEEE/ASME Transactions on Mechatronics, volume PP , number 99 , pages 1 - 9, 2009

Hauptbestandteile einer Aufzugsanlage



Allgemeine Bestandteile

Schema einer Aufzugsanlage
* AufpralldĂ€mpfer (Puffer, Federn oder ÖldĂ€mpfer)
* Außentableaus
* Digitalanzeigen
* FahrschachttĂŒr
* Fahrtrichtungsgong
* FĂŒhrungsschienen
* Grenzschalter (Endschalter)
* Grubensteuerstelle (inklusive Notruf)
* Kabine
*
* Innentableau
*
* Inspektionssteuerung
*
* KabinenabschlusstĂŒr
*
* KabinenlĂŒfter
*
* Lichtschranke bzw. Lichtgitter
*
* Notlicht
*
* Notrufsprechstelle
*
* TĂŒrsteuergerĂ€t
* Maschinenraumsprechstelle
* Positionssensor
* Schachtbeleuchtung
* Schleppkabel
* Sprachansage
* Steuerung Aufzugsschacht

Besondere Bestandteile eines Seilaufzuges


* Antrieb ( Aufzugsmaschine) mit den Bestandteilen
*
* Betriebs- und Sicherheitsbremse
*
* eventuell Frequenzumrichter
*
* Motor im Verbund mit eventuellem Getriebe
*
* Treibscheibe
*
* Fangvorrichtung (in beide Richtungen)
* Gegengewicht
* Geschwindigkeitsbegrenzer
* Kabine

Besondere Bestandteile eines hydraulischen Aufzuges


* Antrieb mit den Bestandteilen
*
* Heberabsinkverhinderung
*
* Hydraulikheber
*
* Hydrauliksteuerblock inkl. Magnetventile
*
* Motor mit Pumpe
*
* bei Seilhydraulisch: Seilrolle
*
* eventuell Softstart (Sanftanlauf)
* Kabine
*
* eventuell Fangvorrichtung (nur abwÀrts)
* Rohrbruchsicherung
* Sicherheitsschaltung (Absinkverhinderung)

Steuerungskonzepte

Zweiknopfsteuerung

Handsteuerung

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts hinein waren AufzĂŒge ĂŒberwiegend handgesteuert (Hebelsteuerung). Ein AufzugfĂŒhrer wurde mit einer Rufanlage auf FahrgĂ€ste aufmerksam, öffnete und schloss die TĂŒren, bediente einen Fahrschalter und fuhr die Stockwerke auf mĂŒndlichen Wunsch an.

Sammelsteuerung

Die Steuerung speichert Außenrufe und Innenkommandos. Diese werden, sofern sie in der aktuellen Fahrtrichtung der Kabine liegen, auf dem Weg nacheinander abgearbeitet.Man unterscheidet zwischen AbwĂ€rts- bzw. AufwĂ€rtssammelsteuerung und Vollsammelsteuerung. Letztere setzt zwei Druckknöpfe voraus (Auf- und Absammelnd). Nach Eingabe eines Fahrtwunsches ĂŒber die Außentableaus (Ruf) oder vom Kabinentableau (Kommando) wird in der Steuerung die Richtungsauswahl bestimmt (Ruf ober- oder unterhalb des jeweiligen Kabinenstandortes). Bei Aufzugsgruppen können Gruppensammelsteuerungen eingesetzt werden, die ebenfalls als AbwĂ€rts-, AufwĂ€rts- oder Vollsammelsteuerung ausgefĂŒhrt sind.

Druckknopfsteuerung

Im Gegensatz zur Sammelsteuerung wird jeweils nur ein Kommando oder Ruf gespeichert, wobei Kabinenkommandos Vorrang vor Außenrufen haben. Nach Eingabe eines Kommandos oder Rufes wird dieser gespeichert und blockiert bis zum Ende der Fahrt alle weiteren Eingaben. Die Druckknopfsteuerung wird heute nur noch bei kleineren WohnhĂ€usern bis etwa fĂŒnf Haltestellen eingesetzt.

Zielauswahlsteuerung

Die Zielrufsteuerung wurde 1997 von Schindler AufzĂŒge AG Ebikon/CH erfunden. Bei der Zielauswahlsteuerung muss beim Rufen des Aufzugs bereits das Zielstockwerk eingegeben werden. Dies erlaubt der Steuerung ein gezieltes Disponieren und steigert die KapazitĂ€t erheblich. Ein System mit Express- und NahaufzĂŒgen kann so flexibler betrieben werden: Der Fahrgast braucht gar nicht mehr zu wissen, welcher Aufzug der Expressaufzug ist, und EinschrĂ€nkungen wie „Halt nur an jedem 10. Stockwerk“ sind nicht nötig. Zielauswahlsteuerungen ergeben eher in nichtöffentlichen GebĂ€uden Sinn, in denen mehrere AufzĂŒge zu einer sogenannten „Gruppe“ zusammengefasst sind und die FahrgĂ€ste mit der Bedienung vertraut sind, da die Bedienung von der konventionellen Art abweicht. Jeder Aufzug der Gruppe ist mit einer festen Bezeichnung (durchnummeriert oder mit Buchstaben von A-
) versehen. Beim manuellem Eingeben des Zielstockwerks oder mittels Karte (Badge mit fest zugeteiltem Stockwerk bei GeschĂ€ftshĂ€usern) in das zentrale Terminal wird dem Fahrgast der entsprechende Aufzug an diesem zentralen Terminal angezeigt. Der Fahrgast begibt sich zu diesem Aufzug. Beim nĂ€chsten Öffnen der TĂŒren betritt er den Fahrkorb und wird an sein Zielstockwerk gefahren. In der Kabine befinden sich keine Stockwerktaster. Das Bedientableau besteht lediglich aus einem Notrufknopf, einem TĂŒr-Auf- sowie gegebenenfalls aus einem TĂŒr-Zu-Taster. Sollte der Fahrgast seinen Fahrtwunsch Ă€ndern wollen, muss er erst den bestehenden Fahrtwunsch abfahren und an seinem Ziel einen erneuten Fahrtwunsch an dem zentralen Terminal eingeben. Intelligente Zielauswahlsteuerungen verfĂŒgen ĂŒber eine Rollstuhloption, damit die Steuerung den erhöhten Platzbedarf eines Rollstuhls berĂŒcksichtigt und weniger Personen als ĂŒblich der nĂ€chsten freien Kabine zuteilt.Bei MehrkabinenaufzĂŒgen (zwei Kabinen in einem Schacht) ist diese Steuerung Voraussetzung fĂŒr den effizienten Einsatz.

Sicherheit

Technische Regeln fĂŒr AufzĂŒge sind durch die europĂ€ische Richtlinie 95/16/EG geregelt. Diese Richtlinie wurde in Deutschland durch die Aufzugsverordnung (12. GPSGV) in nationales Recht umgesetzt. Außerdem sind Aufzugsanlagen ĂŒberwachungsbedĂŒrftige Anlagen im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung und sind spĂ€testens alle zwei Jahre durch eine zugelassene Überwachungsstelle zu prĂŒfen. Die allgemein als HauptprĂŒfung bezeichnete wiederkehrende PrĂŒfung findet spĂ€testens alle zwei Jahre statt; zwischen zwei HauptprĂŒfungen ist aber nach wie vor eine ZwischenprĂŒfung Vorschrift. Insofern betrĂ€gt der PrĂŒfzyklus etwa zwölf Monate. In Österreich ist Aufzugsrecht nicht nationales Recht, sondern auf BundeslĂ€nderebene geregelt. Demnach gibt es in Österreich neun Aufzugsgesetze bzw. -verordnungen innerhalb vom Baurecht (Wiener Aufzugsgesetz 2006, NÖ Aufzugsordnung 1995, Vorarlberger Aufzugsverordnung, etc.). In Wien sind alle AufzĂŒge zur Personenbeförderung alle 12 Monate zu prĂŒfen und solche mit nur einem Tragseil alle sechs Monate.In Wien blieb die Anzahl der UnfĂ€lle von 1951 bis 1996 bei immer mehr bestehenden Anlagen gleich, die Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Unfall hat sich damit verringert. Ab 1997 drehte sich der Trend plötzlich um. Es ergaben sich nach Evaluierung zwei ErklĂ€rungsansĂ€tze:
Aufzugstechnik:Evaluierung, tuev.at, 2009
TÜV Österreich Akademie:
Sicherheitsrisiken und Haftung fĂŒr Aufzugsbetreiber, 19. MĂ€rz 2003, ots.at

* Einerseits sind immer mehr Aufzugsanlagen auf einem zeitgemĂ€ĂŸen hohen Standard und die Menschen dadurch nicht mehr mit den spezifischen Gefahren von alten Aufzugsanlagen vertraut.
* Andererseits ist die heutige Gesellschaft klagefreudiger geworden. Personen, die einen Schaden erlitten haben, erheben wesentlich öfter Anspruch auf Schadensersatz. Die Versicherungen (Krankenkasse) ihrerseits versuchen Kosten, welche im Zusammenhang mit UnfÀllen entstehen, entsprechend dem Verursacherprinzip einzufordern.

Sicherheitskonzept

AufzĂŒge sind heute aufgrund hoher Sicherheitsanforderungen mit einem Sicherheitssystem versehen, das Abweichungen vom Normalbetrieb, wie z. B. zu hohe Geschwindigkeiten oder gar ein AbstĂŒrzen der Aufzugkabine, selbst dann verhindert, wenn alle Tragseile reißen sollten.Zudem sind die Aufzugkabinen in seilaufgehĂ€ngten Konstruktionen durch mehrere, ĂŒblicherweise drei bis zehn, parallel laufende Seile aufgehĂ€ngt. Die Seile sind derart dimensioniert, dass der Bruch eines oder mehrerer Seile nicht zum Bruch des gesamten Seil-Sets fĂŒhrt. Die Seile sind bis 1999 mit 14-facher und seit dem 1. Juli 1999 mit 12-facher Sicherheit bei mindestens drei Seilen ausgelegt. Bei einem Aufzug mit nur zwei Tragseilen ist gemĂ€ĂŸ EN 81-1 eine 16-fache Seilsicherheit erforderlich. Das heißt, dass ein Aufzug ohne Weiteres mit nur einem Seil den beladenen Fahrkorb sicher halten könnte. Dies gilt fĂŒr AufzĂŒge, bei denen eine Personenbeförderung erlaubt ist, also lediglich Personen- und LastenaufzĂŒge. Bei reinen GĂŒteraufzĂŒgen ist die erforderliche Seilsicherheit geringer.Wichtig ist auch, dass die TreibfĂ€higkeit des Systems Seil/ Treibscheibe richtig ausgelegt ist. Bei zu hoher TreibfĂ€higkeit kommt es zu ĂŒbermĂ€ĂŸigem Verschleiß der Seile. Bei zu niedriger TreibfĂ€higkeit können die Seile durchrutschen ( Schlupf), so dass der Fahrkorb nicht ordnungsgemĂ€ĂŸ anfahren, abbremsen oder auf seine normale Fahrgeschwindigkeit kommen kann. Unter UmstĂ€nden kommt der Fahrkorb dann nicht exakt auf Stockwerkshöhe, sondern zwischen den Stockwerken zum Stehen; schlimmstenfalls rutscht der Fahrkorb langsam bis auf den unteren oder oberen Endpunkt hinauf oder hinunter, je nachdem ob der Fahrkorb oder das Gegengewicht schwerer ist.Eine zu schnelle Fahrt bis hin zum Auf- oder Absturz der Kabine wird ĂŒber einen Geschwindigkeitsbegrenzer verhindert. Bei Überschreitung eines Grenzwertes wird elektronisch der Antrieb abgeschaltet und mechanisch die Kabine zum Stillstand gebremst. Diese Sicherheitsvorrichtung ist unabhĂ€ngig von anderen Betriebsteilen des Aufzugs und funktioniert mechanisch, also selbst bei einem Stromausfall.Die Vorrichtung besteht meistens aus einer Seilschlinge, die zwischen je einer Umlenkrolle am unteren und oberen Schachtende verlĂ€uft, und einer Fangvorrichtung, die an der Aufzugkabine befestigt ist. Die Fangvorrichtung besteht ĂŒblicherweise aus Backen, die die AufzugfĂŒhrungsschienen umgreifen und im Falle der Auslösung festklemmen. Mit einer Bewegung der Aufzugkabine werden ĂŒber die Seilschlinge die Umlenkrollen am oberen und unteren Ende des Schachtes in Drehung versetzt. Eine der Umlenkrollen ist mit einer fliehkraftgesteuerten Anordnung versehen, die auslöst, wenn sich die Umlenkrolle zu schnell dreht. Bei Auslösung wird der Aufzugmotor abgeschaltet. UnabhĂ€ngig davon blockiert sich die Umlenkrolle in ihrer Drehung und stoppt damit den Seillauf. Bewegt sich die Kabine dann noch weiter, zieht das nun unbewegliche Seil die Bremsbacken an der Kabine zusammen bis der Aufzug steht. Das Abbremsen der Kabine durch die Bremsfangvorrichtung darf eine Verzögerung von 1g (einfache Erdanziehungskraft) nicht ĂŒberschreiten.Bei hydraulischen AufzĂŒgen, die direkt angetrieben sind, bei denen also keine Seile nötig sind, wird direkt an dem Anschluss des Zylinders eine Rohrbruchsicherung eingebaut. Diese verhindert mit einem vorgespannten RĂŒckschlagventil, dass sich die Kabine zu schnell nach unten bewegt.

Notruf

Betriebsstörungen von PersonenaufzĂŒgen können dazu fĂŒhren, dass die FahrkorbtĂŒren sich nicht öffnen lassen, z. B. beim "Steckenbleiben" zwischen zwei Stockwerken. Die im Fahrkorb eingeschlossenen Personen haben in der Regel keine Möglichkeit, sich selbst zu befreien. Daher ist eine Notruftaste im Fahrkorb vorhanden, die den AufzugswĂ€rter verstĂ€ndigen soll. Bei vielen AufzĂŒgen, die vor 1999 errichtet wurden, löst die Notruftaste jedoch lediglich eine Hupe oder Klingel im oder am Aufzugsschacht aus, die auf eingeschlossene Personen aufmerksam machen soll. Daher ist es durchaus unsicher, ob der Notruf wirklich gehört wird, zumal Passanten das GerĂ€usch sicher nicht gleich richtig zu deuten wissen. Diese AusfĂŒhrung ist zwar fĂŒr neu errichtete AufzĂŒge nicht mehr zulĂ€ssig, vorhandene AufzĂŒge dĂŒrfen jedoch im Rahmen des Bestandsschutzes unverĂ€ndert weiter betrieben werden.Nach dem Wiener Aufzugsgesetz
Gesetz, mit dem Bestimmungen ĂŒber den Bau und den Betrieb von AufzĂŒgen erlassen werden (Wiener Aufzugsgesetz 2006 – WAZG 2006)
sind gestaffelt nach Baujahr bis MĂ€rz 2012, allerspĂ€testens MĂ€rz 2013 alle AufzĂŒge mit einer geeigneten Notrufeinrichtung zu versehen. Die mit der Notbefreiung beauftragte Person hat innerhalb von 30 Minuten den Ort des Geschehens zu erreichen. Wenn eine Aufzugsanlage 24 Stunden am Tag in Betrieb ist (wie bei WohnhĂ€usern ĂŒblich), mĂŒssen mindestens zwei AufzugswĂ€rter vorhanden sein. Dies bedeutet einen zwingenden Umbau Ă€lterer Anlagen, wenn nicht sichergestellt ist, dass wĂ€hrend der Betriebszeit jederzeit ein AufzugswĂ€rter erreichbar ist. Grundlage ist die Norm EN 81-80: Sicherheitsregeln fĂŒr die Konstruktion und den Einbau von AufzĂŒgen - Bestehende AufzĂŒge - Teil 80: Regeln fĂŒr die Erhöhung der Sicherheit bestehender Personen- und LastenaufzĂŒge

InnentĂŒre und Anhaltegenauigkeit

Neue und umgebaute AufzĂŒge, ausgenommen KleinlastenaufzĂŒge, brauchen nach der Norm EN 81 jetzt grundsĂ€tzlich KabinenabschlusstĂŒren / InnentĂŒren.Neben dem Einziehen von Gliedmaßen sind eine Ursache fĂŒr viele schwerste UnfĂ€lle verkeiltes Ladegut. Dies sind mitbeförderte starre GegenstĂ€nde, die an der vorbeiziehenden Außenwand so ankommen oder umfallen, hĂ€ngenbleiben, sich verkeilen und dadurch immer mehr Raum beanspruchen. Menschen können zwischen dem Gegenstand und der Kabinenwand und/oder der Kabinendecke erdrĂŒckt werden.Grafiken:
Aufzugstechnik:Aufzugsevaluierung Beilage 2, tuev.at
Der Gegenstand kann beispielsweise auch ein MöbelstĂŒck, ein Kinderwagen, ein AltpapiercontainerAPA / Redaktion:
Schrecklicher Unfall: Wienerin wurde in Aufzug erdrĂŒckt!, news.at, 7. April 2004
APA:
Grausamer Unfall in Wien: Frau wurde in Liftkabine eingeklemmt & verblutete grausam, news.at, 2. Juni 2005
oder eine Sackkarre sein.Nach vielen schweren UnfĂ€llen mit teilweise tödlichem Ausgang mussten bestehende LastenaufzĂŒge in Deutschland oftmals zumindest mit LichtvorhĂ€ngen als Sicherung nachgerĂŒstet werden. Grundlage ist die Norm EN 81-80 zur Erhöhung der Sicherheit. In Wien lag in den Jahren 1994 bis 2003 der Anteil an gemeldeten UnfĂ€llen mit tĂŒrlosen Fahrkorböffnungen mit ĂŒber 19 % an dritter Stelle.Stadtrat Michael Ludwig & ZÜV Austria:
Bilanz der Wiener AufzugsnachrĂŒstung, 15. Juli 2009, tuev.at
Gestaffelt nach Baujahr mĂŒssen hier bis allerspĂ€testens 2013 alle – auch bestehende Anlagen und PersonenaufzĂŒge – mit einer InnentĂŒre ausgestattet werden,
Wiener AufzĂŒge nur mehr mit InnentĂŒr, 12. Oktober 2006, orf.at
wobei es von der Stadt finanziell gefördert wird.
Engpass droht: Lift rechtzeitig umbauen, 15. Juli 2009, orf.at
Der Wert der betreffenden UnfĂ€lle hat sich bis 2009 auf 9 % verringert. (Gleichzeitig haben sich die Meldungen von Einklemmen bei automatischen FahrkorbtĂŒren verdoppelt und fĂŒhren die Statistik mit 39 % an, jedoch kommt es dort in der Regel zu weniger schweren Verletzungen wie eingeklemmten Fingern und BlutergĂŒssen.) Auch in Genf ist eine NachrĂŒstung Pflicht.Schweizerischer Aufzugsverein:
SNEL, EN 81-80 – Umsetzung in der Schweiz (PDF; 34 kB), 9. Mai 2006, leitronic.ch
Etwa 20 % der UnfĂ€lle sind auf ungenaues Anhalten der Kabine zurĂŒckzufĂŒhren, so dass eine Stufe entsteht. Es besteht dabei Sturzgefahr und die Möglichkeit von KnochenbrĂŒchen oder anderen schweren Verletzungen. Die Stufe entsteht vor allem bei einstufigen, ungeregelten Antrieben, bei denen nach Abschalten des Motors die Bremse aus voller Fahrt wirkt. Die Bremswirkung ist jedoch je nach Beladung, Bremszustand und aktueller Lufttemperatur unterschiedlich. Bei mehrstufigen Antrieben wird kurz vor dem Haltepunkt auf eine langsamere Geschwindigkeit geschaltet. Auch hier sind in Wien und Genf verpflichtende Umbauten von Altanlagen vorgesehen.

Umwelt

Gesamthaft betrachtet verbrauchen die Lifte mehr Energie fĂŒrs Stillstehen und Warten als fĂŒrs Auf- und Abfahren: Nahezu 60% des Stroms geht unbenutzt verloren, da die Maschinerie und die Außentableaus kontinuierlich unter Spannung stehen (Stand-by-Modus) - und auch, da viele Liftkabinen nicht mit einem Personensensor ausgerĂŒstet sind und deshalb beleuchtet bleiben, auch wenn sich niemand darin aufhĂ€lt
Ein Lift verbraucht mehr Strom fĂŒrs Stillstehen und Warten, als wenn er sich bewegt , www.energie-umwelt.ch/, MĂ€rz 2011
.

Rekordanlagen



Die schnellsten und lĂ€ngsten AufzĂŒge

 m/s| align="right" |  m| Vereinigte Arabische Emirate, Dubai| OTIS Elevators| 2009| lĂ€ngster Aufzugschacht der Welt, im selben GebĂ€ude fĂ€hrt zudem der schnellste Doppeldeckeraufzug der Welt mit 10 m/s|-| Kollhoff-Tower| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Deutschland, Berlin| ThyssenKrupp Aufzugswerke| 1999| schnellster Personenaufzug Europas 100px|-| Olympiaturm MĂŒnchen| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Deutschland, MĂŒnchen| Haushahn| 1968| Fahrzeit zur Aussichtsplattform: 27 Sekunden; 0–7 m/s: 4,5 s|-| Florianturm Dortmund| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Deutschland, Dortmund| Schindler AufzĂŒge| 1959| Fahrzeit zur Aussichtsplattform: 40 Sekunden|-| Augustinum Mölln| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Deutschland, Mölln| HĂŒtter-AufzĂŒge| 2001| HochgeschwindigkeitsschrĂ€gaufzug|-| Europaturm Frankfurt| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Deutschland, Frankfurt am Main| Schindler AufzĂŒge| 1978| Besucherplattform seit 1997 geschlossen|-| Faja dos Padres (Panoramaaufzug)| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Portugal, Madeira| ?| ?||-| Fernmeldeturm NĂŒrnberg| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Deutschland, NĂŒrnberg| Schindler AufzĂŒge| 1979| Besucherplattform geschlossen|-| Hammetschwand-Lift| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Schweiz, BĂŒrgenstock| Schindler AufzĂŒge| 1905/1990| Höchster öffentlicher Außenlift Europasde.buergenstock.ch/entdecken/hammetschwand-lift/|-| Jin-Mao-GebĂ€ude| align="right" |  m/s| align="right" |  m| China, Shanghai| Mitsubishi Electric Elevator| 1997/1998||-| Stuttgarter Fernsehturm| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Deutschland, Stuttgart| Haushahn| 1956/2003| Erster Fernsehturm (seiner Art) der Welt|-| Taipei 101| align="right" |  m/s aufwĂ€rts
10 m/s abwĂ€rts| align="right" |  m| Taiwan, Taipeh| Kone| 2004| Gebaut von Toshiba|-| Post Tower| align="right" |  m/s| align="right" |  m| Deutschland, Bonn| Schindler AufzĂŒge| 2001| Zielrufsteuerung Miconic 10; 20 AufzĂŒge, davon sechs fĂŒr die Fahrt vom EG bis 21. Stockwerk, sechs fĂŒr die Fahrt vom EG bis zum 41. Stockwerk. Die PersonenaufzĂŒge und deren AufzugsschĂ€chte sind vollverglast.|-| Donauturm| align="right" |  m/s| align="right" |

Die kleinsten AufzĂŒge


* Der kleinste Personenaufzug Europas befindet sich in einem Hotel in Böblingen. Die sechseckige Kabine hat eine GrundflĂ€che von nur 0,5 mÂČ und ist daher nur fĂŒr die Beförderung von einer Person zugelassen. Der Aufzug wurde in die Mitte einer Wendeltreppe eingebaut. Die Konturen der TĂŒren sind dementsprechend dem Treppenverlauf angepasst.

Die grĂ¶ĂŸten Aufzugshersteller der Welt


* Kone
* Otis Elevator Company
* Schindler AufzĂŒge
* ThyssenKrupp ElevatorIm Jahr 2007 verhĂ€ngte die EU-Kommission ĂŒber fĂŒnf große Hersteller eine Strafe in Höhe von 992 Millionen Euro. Die Unternehmen hatten Preisabsprachen getroffen und damit gegen das Kartellrecht verstoßen. ThyssenKrupp musste 479,7 Millionen Euro, Otis 225 Millionen, Kone 142 Millionen, Schindler 143,7 Millionen und eine Mitsubishi-Tochter 1,8 Millionen Euro bezahlen. Dies war die bis dahin höchste Strafe, die die EU-Kommission verhĂ€ngt hatte (siehe auch Liftkartell).

Testanlagen

Es gibt TĂŒrme fĂŒr Forschung und Tests von AufzĂŒgen und Aufzugskomponenten. Solche TesttĂŒrme werden analog wie GebĂ€ude (Wolkenkratzer, TĂŒrme aller Art) ebenfalls immer höher gebaut.In die umgekehrte vertikale Richtung gibt es TestschĂ€chte in aufgelassenen Bergwerken. Der lĂ€ngste derartige Testschacht der Welt geht 333 m in die Tiefe, den die Firma Kone in Finnland betreibt. Unter anderem werden dort Tests der aktuell zweitschnellsten AufzĂŒge der Welt mit bis zu 17 m/s (etwa 61 km/h) durchgefĂŒhrt.

Messen

Die interlift findet als Weltleitmesse fĂŒr Aufzugtechnik alle zwei Jahre in Augsburg statt. Bei der letzten Messe im Jahr 2011 prĂ€sentierten sich 499 Aussteller aus 36 LĂ€ndern (bei einem Auslandsanteil von 70 Prozent) auf einer BruttoflĂ€che von 42.000 mÂČ insgesamt 18.781 fachkundigen Besuchern.interlift:
– Bestmarke fĂŒr interlift 2011, interlift.de


Projekte



Aufzug ins Weltall

Das Konzept eines Weltraumlifts wurde schon von Konstantin Ziolkowski (1895), Juri Arzutanow (1960) und Arthur C. Clarke (1979) betrachtet. Heute werden solche Projekte auf Grund von Kostenbetrachtungen wieder interessant. Teure Raketenstarts könnten ĂŒberflĂŒssig werden. Die Transportkosten könnten von derzeit mehreren zehntausend Dollar auf unter 200 Dollar pro Kilogramm Transportgut sinken. Deshalb gibt es auch Wettbewerbe, die unter anderem von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA mitfinanziert werden.www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/tueftelwettbewerb-fahrstuhl-soll-lasten-ins-all-hieven-a-381747.html Holger Dambeck: Fahrstuhl soll Lasten ins All hieven. SPIEGEL ONLINE. 26. Oktober 2005, geladen 2. Dezember 2013Ein Seil verbindet eine auf der ErdoberflĂ€che befindliche Station mit einer geostationĂ€ren Raumstation. Die Erdstation ist ein riesiger schwimmender Ponton, an dem unter der WasseroberflĂ€che das Transportgut geladen wird. Die Gondel hangelt sich 36.000 km an einem sehr dĂŒnnen aber stabilen Seil aus Nanoröhren hoch. Die Entwicklung dieses Seils stellt zurzeit das grĂ¶ĂŸte Problem dieses Projektes dar.

Porta Alpina

Mit der Porta Alpina hĂ€tte in der Schweiz der lĂ€ngste Aufzug der Welt entstehen sollen: In der Mitte des Gotthard-Basistunnels – dem lĂ€ngsten Tunnel der Welt – sollte die tiefste Bahnstation mit dem höchsten und schnellsten Lift der Welt entstehen.

Siehe auch


* Aufzugsmonteur ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, sondern kann von verschiedenen Handwerkern erlernt werden.
* elevator girl
* Fahrkunst
* Der Hammetschwand-Lift ist der zweithöchste Freiluft-Aufzug Europas und steht in der Schweiz. Er verbindet den spektakulĂ€ren Felsenweg mit dem Aussichtspunkt Hammetschwand auf dem BĂŒrgenstock.
* Der Katarinahissen ist ein beliebter, öffentlicher Personenaufzug in Stockholm.
* Schachtentrauchung
* Sonderfahrt bei AufzĂŒgen
* In Deutschland gelten strenge technische Regeln fĂŒr AufzĂŒge.

Literatur


*
*
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*
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*

Weblinks


*
Baunetz Infoline AufzĂŒge (Basiswissen, Beispiele)
*
CANopen-Lift.org Wiki der CANopen-Lift Community
*
Online-Werkzeug zur GefĂ€hrdungsbeurteilung von LastenaufzĂŒgen
*
Museum for the Preservation of Elevating History (Online-Museum zur Aufzugsgeschichte, englisch)
*
Intelligenter Frequenzumrichter ĂŒbernimmt gesamte Aufzugsteuerung Artikel aus IHKS-Fachjournal: Ausgabe 2008
* Italian National Agency for New Technologies, Energy and Sustainable Economic Development:
Optimierung der Energieeffizienz bei AufzĂŒgen (PDF; 1,2 MB), 2010

Einzelnachweise


Kategorie: Erschließung (GebĂ€ude)
Kategorie: Hebezeug
Kategorie: Förderanlage

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