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Article: Informations about Carrara-Marmor


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Carrara-Marmor

Steinbruch bei Carrara in den apuanischen Bergen im Bacino di Fantiscritti Blöcke aus Carrara-Marmor Weißer Marmor aus Carrara. Das Muster ist ca. 13 cm hoch Denkmal fĂŒr die Steinbrucharbeiter in CarraraCarrara-Marmor ist einer der bekanntesten Marmore weltweit. Carrara-Marmor ist der Oberbegriff fĂŒr mehr als 50 unterschiedliche Handelsnamen, die je nach Steinbruch, Tradition, GĂŒte und Konvention, wie z. B. Carrara-Marmor C, Ordinario, Venato und Calacatta, benannt werden. Carrara ist eine Stadt in der italienischen Provinz Massa-Carrara und liegt in der Region Toskana.Carrara-Marmor wird bereits seit Ende der römischen Republik abgebaut. Erst der Renaissance-Bildhauer Michelangelo verschaffte diesem Marmor BerĂŒhmtheit. Durch ungĂŒnstige wirtschaftliche und politische VerhĂ€ltnisse sowie durch KriegseinflĂŒsse blieb die Marmorproduktion in Carrara jahrhundertelang hinter ihren Möglichkeiten zurĂŒck. Die Gewinnung der schweren Steinblöcke war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ĂŒberaus mĂŒhselig und aufwendig und erst technische Neuerungen, wie die mit Dampf, Dieselkraftstoff und elektrischer Energie angetriebenen Steinbearbeitungsmaschinen, ermöglichten den Abbau in großem Umfang. Dadurch wurde Carrara zum internationalen Zentrum der Marmorbearbeitung. Anfang der 1960er-Jahre gelang es, die Produktion der Nachfrage anzugleichen, als die SteinbrĂŒche in exponierter Lage durch ein Netz von Straßen erschlossen wurden.Entstanden ist Carrara-Marmor im TertiĂ€r vor 30 Millionen Jahren, weil sich die Kontinentalplatten von Afrika und Europa aufeinander zu bewegten und zu den apuanischen Alpen aufwölbten. Dabei wurden die Calcit-Ablagerungen aus abgestorbenen Meeresorganismen unter hohem Druck und sehr hohen Temperaturen zusammengepresst und wandelten sich dadurch zu Marmor.Neben einer Verwendung fĂŒr Bildhauerarbeiten und DenkmĂ€ler wird Carrara-Marmor heute vor allem als Boden- und TreppenbelĂ€ge und FensterbĂ€nke im Innenausbau sowie als Natursteinfliesen in BĂ€dern verbaut. Die Steinbildhauer verwenden wie frĂŒher den legendĂ€ren und teuren Statuario.WĂ€hrend Anfang des letzten Jahrhunderts noch 100.000 Tonnen im Jahr gewonnen wurden, handelt es sich heute um 5 Mio. Tonnen, was Umweltaktivisten stark kritisieren.

Geologie

Die Apuanischen Alpen sind geologisch in den Apennin eingebunden. Die AufschlĂŒsse fĂŒr Carrara-Marmor in den Apuanischen Alpen bedecken etwa ein Viertel dieses Gebietes. Die Apuanischen Alpen bildeten sich im PalĂ€ozoikum, vor etwa 240 Mio. Jahren, auf dem Ă€lteren Untergrund von Tonschiefern, Sandsteinen und Breccien aus. In der Oberen Trias, vor 200. Mio. Jahren, kam es zur Herausbildung eines flachen warmen Meeres, in dem sich fossile Kleinstlebewesen, Lebewesen und biologische Ablagerungen aus Kalk auf den Meeresgrund sedimentierten. Da das Meer gut durchlĂŒftet war, konnte sich reiner Kalk ausbilden, aus dem der spĂ€tere Carrara-Marmor entstand. Die Ablagerungen bildeten im Laufe der Zeit mĂ€chtige Sedimente (Ablagerungen), die zu Kalkstein verfestigt wurden.Durch die Kontinentalverschiebung fanden Überlagerungen und Verschiebungen der Kalkablagerungen und der unterschiedlichen Gesteine statt. Zwei Platten der erkalteten Erdkruste, Afrika und Europa, bewegten sich aufeinander zu, die Sedimentschichten wurden in großer Erdtiefe unter sehr hohen DrĂŒcken zusammen gepresst und bei sehr hohen Temperaturen chemisch verĂ€ndert, verformt und in Marmor umgewandelt. Die Metamorphose des Marmors findet bei DrĂŒcken von 103  bar und Temperaturen ĂŒber 400 Â°C statt.Karlfried Fuchs: Natursteine, Seite XII, siehe Lit.In diesem Prozess entstand aus den Kalkablagerungen ein metamorphes Gestein, ein Marmor. Diese Bewegungen fanden ihren Abschluss im oberen MiozĂ€n vor etwa 30 Millionen Jahren, als die Marmormasse regional unterschiedlich hoch angehoben wurde. Das Vorkommen des Carrara-Marmors ist ein Marmorgebirge bis zu einer Höhe von knapp 1900 Metern. Es bildeten sich linsenförmige Gesteinskörper mit einer LĂ€nge von bis zu 10 Kilometern mit einer MĂ€chtigkeit von bis zu 400 Metern aus.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 52 ff., siehe Lit.

Steinbildhauer und Bauwerke

Aus den SteinbrĂŒchen der Berge Carraras haben Michelangelo, Gian Lorenzo und Luigi Bernini, Pisano, Donatello, Canova und weitere bekannte Bildhauer ihre Marmorblöcke bezogen. Carrara-Marmor wurde im Dom von Florenz, im Campanile von Pisa, im Petersdom zu Rom, im ehemaligen World Trade Center in New York, in Kasinos von Las Vegas und als Außenverkleidung an der Finlandia Hall in Helsinki und am Grande Arche de la DĂ©fense in Paris verbaut.

Geschichte

TrajanssÀule

Römische Zeit

Carrara-Marmor wurde etwa ab 50 v. Chr. von den Römern gebrochen. Laut Plinius dem Älteren war Mamurra, der praefectus fabrum Caesars im gallischen Krieg, der erste, der im Jahr 48 v. Chr. sein Haus ganz aus Marmor errichten ließ und dafĂŒr, neben karystischem, auch lunensischen Marmor benutzte.Plinius, naturalis historia 36,7; siehe auch Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 185, siehe Lit. Der Begriff lunensisch geht auf die römische Kolonie Luna zurĂŒck. Carrara-Marmor wurde ab dem letzten Viertel des 1. Jahrhunderts v. Chr. zum ĂŒblichen Baumaterial der Prestigebauten Roms.Der Konsul M. Claudius Marcellus konnte die ligurischen Apuaner 155 endgĂŒltig besiegen und Sicherheit fĂŒr die Bewohner des antiken Luna herstellen. Als Dank haben sie ihm ein Denkmal aus lunensischem Marmor errichtet. Von dem Denkmal ist lediglich ein SĂ€ulenkapitel, in dem sein Namen eingemeißelt ist, ausgegraben worden. Wenn es sich um eine zeitgenössische Darstellung handelt, ist es das erste WerkstĂŒck aus Carrara-Marmor, das architektonisch verwendet wurde. Siehe Luciana und Tiziano Mannioni, Marmor, Seite 184, siehe Lit. Zuvor importierten die Römer vor allem griechischen Marmor aus Paros. Carrara-Marmor wurde in römischer Zeit sowohl in der Architektur als auch in der Skulptur weit verbreitet eingesetzt. Als Beispiele der Architektur seien der Dioskurentempel auf dem Forum Romanum, das Augustusforum und die TrajanssĂ€ule auf dem Trajansforum, die aus 18 Marmorblöcken besteht, genannt; aus dem Bereich der Skulptur sei auf die Laokoon-Gruppe verwiesen, deren berĂŒhmte römische Kopie aus Carrara-Marmor gefertigt wurde.In der NĂ€he des heutigen Carrara grĂŒndeten die Römer die Siedlung Luna und einen Hafen, dessen Ausgrabungen besichtigt werden können. In Luna wurden von Arbeitern und Sklaven die OberflĂ€chen der Steinblöcke grob bearbeitet, um sie fĂŒr die Verschiffung vorzubereiten. Der Fluss Magra versandete (der archĂ€ologische Ort Luna liegt heute etwa zwei Kilometer vom Meer entfernt) und behinderte den weiteren Marmorhandel. Diese Schwierigkeiten und ÜberfĂ€lle der Langobarden im Jahre 640, sarazenischer und normannischer Piraten im 9. und 10 Jahrhundert fĂŒhrten zum Niedergang von Luna.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 185, siehe Lit. Die Phokas-SĂ€ule auf dem Forum Romanum aus dem Jahre 608 war vermutlich das letzte römische Werk aus lunensischem Marmor.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 188, siehe Lit. Der Ort Luna wurde endgĂŒltig im 13. Jahrhundert aufgegeben.

Mittelalter und FrĂŒhe Neuzeit

Um 1000 grĂŒndeten Bauern den Weiler Cararia. Gegen 1250 könnte die Wiedereröffnung der SteinbrĂŒche fĂŒr den Bau der Pfarrei von Carrara erfolgt sein, da hierfĂŒr Marmor benötigt wurde.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 191, siehe Lit.Einen Anstoß zum Wiederaufleben des Marmorhandels gaben AuftrĂ€ge Genueser Kaufleute fĂŒr SĂ€ulen, Kapitelle und Platten. Sie betrieben damit einen schwunghaften Handel im Mittelmeerraum. Den Ausschlag zur Wiederinbetriebnahme der MarmorsteinbrĂŒche gaben vor allem die AuftrĂ€ge von NiccolĂČ Pisano fĂŒr den Dombau in Pisa. Statue von NiccolĂČ Pisano in den Uffizien, Florenz Evangelist Johannes von Donatello David von Michelangelo aus Carrara-MarmorAm Ende der italienischen Romanik war es ĂŒblich geworden, dass die Bildhauer ihre Rohblöcke in den Bergen Carraras selbst aussuchten. Diese Rohblöcke wurden an den Aufstellungsbauort transportiert, wo sie bearbeitet wurden. Die Rohblöcke wurden, nachdem sie mit der Lizzatura (siehe weiter unten) zu Tale gebracht waren, mit zweirĂ€drigen (sogenannte carrette) oder vierrĂ€drigen (sogenannte „currus“) Karren mit Ochsengespannen transportiert. Dabei errechnete man, dass jedes Ochsenpaar in der Ebene circa 800 Kilogramm ziehen konnte. Die Anzahl der Ochsenpaare wurde zur Berechnung der Transport- und Zollkosten herangezogen.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 102, siehe Lit.Der Renaissance-Bildhauer Michelangelo, der den David, die PietĂ , den Moses und andere berĂŒhmte Skulpturen aus dem Bildhauermaterial Statuario schuf, verhalf diesem Stein zu seiner BerĂŒhmtheit.Kunstinteressierte aus Europa reisten zu den Marmorskulpturen der Renaissance und berichteten in ihren HeimatlĂ€ndern davon. Die italienischen StĂ€dte Florenz, Rom und Neapel waren zwar Abnehmer des Marmors, aber der Absatz in Italien blieb im VerhĂ€ltnis zum Absatz in England, Frankreich und Spanien gering. Italien war, wie Deutschland auch, in Kleinstaaten zersplittert und die Zollabgaben waren immens. Der Transport stellte nicht nur wegen der GrĂ¶ĂŸe der Steinblöcke ein technisches Problem dar und die Frachtkosten ĂŒberstiegen die Kosten fĂŒr die Steine erheblich.Die Besitzer der SteinbrĂŒche in Carrara erhielten durch den Zwischenhandel nur einen Bruchteil der Erlöse, die im Marmorhandel erzielt wurden. Die genuesischen Kaufleute, die den Vertrieb dominierten, prĂ€gten den Spruch: „Marmor ist weißes Gold“. Der Betrieb der SteinbrĂŒche war finanziell unattraktiv geworden, einige wurden aufgegeben. Carrara versuchte im 16. Jahrhundert mit geringem Erfolg den weißen Marmor direkt zu vermarkten. Infolge dieser Absatzkrise wurde nicht nur das Einkommen, sondern auch das Selbstbewusstsein der Steinmetzen und Steinarbeiter beeintrĂ€chtigt. Selbst die Steinbildhauermeister hatten keine meisterliche Arbeit mehr. Sie mussten in Gruppen in den WerkstĂ€tten der Steinbruchbesitzer arbeiten und veredelten Mörser und kleine SĂ€ulen fĂŒr Balustraden, aber auch Sarkophage, Vasen und ÖlgefĂ€ĂŸe. Ein anderes Produkt, das gĂ€nzlich in Hausarbeit, auch unter Mithilfe von Frauen und Kindern, gefertigt wurde, waren Bodenfliesen aus Marmor. Diese wurden direkt von Genueser Kaufleuten ĂŒbernommen, die das Monopol auf den Vertrieb innehatten.In der Barockzeit kam es fĂŒr weiße Marmore zu einer verringerten Nachfrage, da bunte und gesprenkelte Kalksteine und Marmore bevorzugt wurden.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 203, siehe Lit.

Klassizismus

In der Zeit des Klassizismus besann sich Europa wieder auf weißen Marmor. 1769 wurde die Accademia di Belle Arti di Carrara, eine Bildhauerschule, gegrĂŒndet.Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa blieb die Erweiterung des Marmorhandels eingeschrĂ€nkt. Nach der Besetzung Carraras durch die napoleonischen Truppen, die die österreichische Besatzung vertrieben, kam es 1800 zum Erliegen der Produktion.Nach dem Abzug der Franzosen stieg die Marmorproduktion wieder an und 1857 gab es 600 SteinbrĂŒche. Nicht nur Italiener, auch Franzosen, Schweizer und EnglĂ€nder waren am Aufbau der Marmorindustrie beteiligt.Um 1815 erfand ein italienischer Arbeiter, Giuseppe Perugi, die SteinsĂ€ge mit mehreren SĂ€geblĂ€ttern, die erste GattersĂ€ge fĂŒr Naturstein, die von schnelllaufenden WasserrĂ€dern angetrieben wurde. Diese Technologie verbesserte der Schweizer Carlo MĂŒller und 1831 konstruierte der Franzose Nerier acht Eisengestelle, die es ermöglichten, mehrere großformatige, einen Zentimeter dĂŒnne Marmorplatten herzustellen. Dieses Verfahren wurde 1867 bei der Weltausstellung in Paris prĂ€miert.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 208, siehe Lit. Im Jahr 1870 gab es schon 40 SĂ€gereien dieser Art in Carrara, 15 in Massa, 26 in Seravezza.
MarmorsÀgen in Carrara
1895 fand in Carrara erstmals Spiraldraht, der von Dieselmotoren angetrieben wurde, zum SteinesĂ€gen Einsatz.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 212, siehe Lit. Die Stahlseile waren Hunderte von Metern lang und wurden ĂŒber Umlenkrollen durch die SteinbrĂŒche gefĂŒhrt, um sie abzukĂŒhlen. SpĂ€ter wurden die Dieselmotoren durch Elektromotoren ersetzt. Mit den sogenannten HelikoidalsĂ€gen konnte der Sprengmitteleinsatz minimiert werden, der zu den gewaltigen Gesteins-Schutthalden fĂŒhrte, die bis heute als der Schnee der Berge Carraras zu sehen sind. Die Verwendung von Explosivstoffen wurde weitgehend nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellt.„«The great massive blasting operation», perhaps the most spectacular ever, which occurred in a Torrione quarry (Carrara, Italy) in 1932. 200 quintals of blasting powder brought down approx. 700.000 tons of stone towards the valley.“ Mario Pinzari: Methods, Seite 165, siehe Lit.

Industrialisierung

Neben den technischen Neuerungen im Zuge der Industrialisierung wurde der Handel mit Carrara-Marmor durch neue Finanzierungskonzepte des EnglĂ€nders Thomas Robson fĂŒr die Steinbruchbesitzer erleichtert. Die Ochsengespanne wurden durch mit Dampf angetriebene Traktoren ersetzt.
Abbildung eines dampfangetriebenen Traktors im Steinbruch
Die Infrastruktur wurde durch den Bau von Schwebeseil- und Eisenbahnen zum Steintransport ins Tal sowie durch den Bau von VerladebrĂŒcken im Hafen von Avenza erheblich verbessert. Mit dem Bau der Marmor-Eisenbahn in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts konnten die Transportkosten um zehn Prozent gesenkt werden, weil sie die Verbindung zwischen den SteinbrĂŒchen und den SĂ€gereien, dem nationalen Eisenbahnnetz und den VerladebrĂŒcken der Schiffe herstellte.
Abbildung der Marmoreisenbahn in den Bergen von Carrara
Zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in den Bergen, in denen der Transport weiterhin auf der Straße erfolgen musste, Ochsengespanne durch schwere Dampftraktoren abgelöst.Bei den Einigungsbestrebungen in Italien schlug sich die Arbeitnehmerschaft und die liberale BĂŒrgerschaft Carraras auf die Seite der Republikaner.Nachdem Italien geeint war, stieg die Marmorproduktion an und die Anzahl der Steinarbeiter verdoppelte sich auf 10.000.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 212, siehe Lit Der Handel wurde allerdings durch den amerikanischen Sezessionskrieg und hohe Schutzzölle in Europa behindert.
Die Arbeitnehmerschaft kam nicht nur aus Carrara, sondern auch aus den umliegenden Dörfern. Der Weg zu den im Gebirge liegenden SteinbrĂŒchen war lang. Die Woche ĂŒber mussten die Steinbrucharbeiter in den SteinbruchhĂŒtten ĂŒbernachten, harte Handarbeit war ĂŒblich und um die Arbeitssicherheit war es schlecht bestellt; es kam hĂ€ufig zu schweren UnfĂ€llen. Neben den schlechten Arbeitsbedingungen war die Arbeitszeit ungeregelt und lang. Auch die Altersversorgung war völlig ungeklĂ€rt. Diese Faktoren fĂŒhrten zu heftigen ArbeitskĂ€mpfen, als deren Ergebnis es unter anderem zum Bau von Kinderheimen und ArmenhĂ€usern, zur GrĂŒndung öffentlicher FĂŒrsorgeeinrichtungen und zur Errichtung einer Berufsschule in Carrara kam.

20. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Marmorblöcketransport mit der sog. LizzaturaDer Erste Weltkrieg brachte das Erliegen der Marmorproduktion mit sich und die Weltwirtschaftskrise von 1929 verringerte die langsam wieder anlaufende Produktion um die HĂ€lfte. Die Folgen des Krieges mit Äthiopien und die daraus resultierenden Absatzeinbußen bei Carrara-Marmor versuchte die faschistische Regierung Mussolinis durch MonumentalauftrĂ€ge, mit dem 17,40 Meter hohen Mussolini-Obelisken, 60 etwa 5,0 Meter große Monumentalstatuen und mit dem Kugelbrunnen mit 3 Metern Durchmesser und 37 Tonnen Gewicht fĂŒr das Foro Italico zu kaschieren. Dabei wurde beispielsweise der Rohblock des Mussolini-Obelisken (19,00×2,35×2,35 m) mit rund 300 Tonnen Gewicht mit der sogenannten Lizzatura (siehe weiter unten) ins Tal bewegt.
Abbildung des Mussolini-Obelisken im Steinbruch mit sitzendem Steinhauer
Zur Verschiffung im Hafen von Massa zogen 36 Paar Ochsen den Monolith.Mario Pinzari: Methods, Seite 164, siehe Lit.
Abbildung des Transports des eingehausten Mussolini-Obelisken gezogen von 36 Ochsengespannen
Derartige monumentale AuftrĂ€ge Ă€nderten die wirtschaftliche Lage Carraras kaum.Der Zweite Weltkrieg brachte nicht nur die Marmorproduktion zum Erliegen, sondern die deutsche Wehrmacht zerstörte im Kampf gegen Partisanen in den Jahren 1944/45 auch grĂ¶ĂŸtenteils die Einrichtungen in den SteinbrĂŒchen. Zwischen Massa und Carrara fĂŒhrte die Verteidigungslinie der Wehrmacht, die sogenannte Gotenlinie hindurch und unweit von Carrara verĂŒbte die Waffen-SS das Massaker an der Dorfbevölkerung von Sant’Anna di Stazzema mit mehr als 500 Ermordeten.
Massaker von Sant'Anna di Stazzema
Am erbitterten Widerstand gegen die deutschen Besatzer war ein Großteil der Bevölkerung, vor allem die Frauen und die Arbeitnehmerschaft Carraras beteiligt.
Resistenza von Carrara
Carrara mit MarmorbrĂŒchen im HintergrundDurch den Wiederaufbau nach Kriegsende und den europĂ€ischen Bauboom in den 1960er Jahren stieg das Produktionsvolumen auf 500.000 Tonnen an.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 216, siehe Lit Im Zuge dieser Entwicklung wurde das Straßennetz in den Bergen ausgebaut. Der Transport der Rohblöcke aus den Bergen Carraras in die TĂ€ler erfolgte teilweise bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts mit einer speziellen Methode, der sogenannten Lizzatura. Dabei wurden die riesigen Blöcke an drei Seilen aus Hanf (ab 1920 mit Stahlseilen) befestigt und durch Nachlassen der Seile wurde der Schlitten auf eingeseiften Hölzern zu Tale befördert; ein ĂŒberaus gefĂ€hrliches Unterfangen, bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Der Transport der Steinblöcke auf Schlitten soll erstmals im Alten Ägypten, im Antiken Griechenland und auch in römischer Zeit in Carrara angewendet worden sein.Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Seite 99, siehe Lit. Jedes Jahr im August wird noch einmal eine traditionelle Lizzatura durchgefĂŒhrt. Heute werden die gewaltigen, zum Teil mehr als 20 Tonnen wiegenden Rohblöcke auf Lastkraftwagen auf den unfalltrĂ€chtigen, gewundenen Bergstraßen ins Tal verfrachtet.Carrara muss sich heute als Steinzentrum Europas nicht nur gegenĂŒber dem steinverarbeitenden Zentrum um Verona im eigenen Land behaupten, sondern auch gegenĂŒber Steinverarbeitungszentren in China, Indien und Brasilien. Heute verarbeiten die Firmen in Carrara nicht ausschließlich Carrara-Marmor, sondern alle Gesteine der Welt.

Lage der SteinbrĂŒche

Cervaiole-Steinbruch mit stillgelegtem Gittermastkran BrĂŒcke der Marmorbahn Gipsschnitt ĂŒber einen Unfall in einem Carrara-Steinbruch von (1901) SeilsĂ€ge trennt einen Rohblock aus Carrara-Marmor auf KopierfrĂ€ser frĂ€st Skulptur aus Carrara-Marmor vorDie MarmorsteinbrĂŒche um Carrara befinden sich in den Apuanischen Alpen, hauptsĂ€chlich in den sogenannten drei Talbecken, die Bacino di Fantiscritti, Bacino di Torrano und Bacino di Colonnata genannt werden. Die meisten SteinbrĂŒche liegen in etwa 1000 Meter Höhe. Die historischen BrĂŒchen sind Canal Grande, Colonnata, Fantiscritti, Polvaccio und Poggio Domizio. In diesen SteinbrĂŒchen existieren teilweise Spuren der Abbruchmethoden aus jener Zeit, der so genannte römische Tagliate (Schnitt), mit dem die Steinblöcke aus den SteinwĂ€nden freigeschlagen wurden.In der vorindustriellen Zeit herrschte eine Arbeitsteilung und der Beruf der Steinhauer teilte sich in drei TĂ€tigkeiten auf. Die Marmorarii brachen die Rohblöcke aus den SteinwĂ€nden, die Quadratarii brachten die rohen unbehauenen Blöcke mit dem Spitzeisen in eine rechtwinkelige Form und die Sectores serrarii spalteten Platten.
Information auf www.marmor.de, abgerufen am 11. November 2009


Marmorbahn

Der Steintransport ist seit altersher ein gefĂ€hrliches und schwieriges Unterfangen. Bevor die erste mit Dampf angetriebene Bahn fertiggestellt war, mussten die Blöcke mit der Methode der Lizzatura (siehe weiter oben) und anschließend mit Ochsenkarren ins Tal transportiert werden. Auch nach dem Eisenbahnbau wurden die Rohblöcke oberhalb der Gleise mit der Lizzatura herabgelassen. Die Marmor-Eisenbahn, die die drei Becken durch Tunnel und BrĂŒcken verband, wurde von einem Belgier gebaut und um 1876 in Betrieb genommen. Die Marmorbahn verband die Orte Carrara und Miseglia und fĂŒhrte unterhalb des Ortes Colonnata (Statione Tarone) ĂŒber Fantiscritti bis zur Cava Polvaccio.
Nach dem Bau der Bahn und mit dampfgetriebenen Traktoren endete der Ochsentransport und jedoch noch nicht die Lizzatura. Erst in den 1960er-Jahren wurden die Straßen zu den SteinbrĂŒchen ausgebaut und der Transport konnte mit Lastkraftwagen direkt aus den SteinbrĂŒchen erfolgen.

Becken von Fantiscritti

Das Talbecken von Fantiscritti, in dem sich aktuell etwa 30 SteinbrĂŒche befinden, liegt oberhalb von Carrara, ĂŒber dem kleinen Ort Miseglia. In diesem Gebiet werden die Marmorsorten Ordinario (weißlich), Venato (weiß und grau), Cremo (hellgrau) und frĂŒher der Zebrino (grau-grĂŒn gestreift) bei Ponti di Vara gebrochen. Neben etwa 30 bewirtschafteten SteinbrĂŒchen unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe befinden sich in diesem Tal zwei BrĂŒcken, ĂŒber die die ursprĂŒngliche Marmorbahn fĂŒhrte. Die fĂŒnfbogige BrĂŒcke wird heute als Straße benutzt. Der unterirdische Steinbruch Galleria Ravaccione, der besichtigt werden kann, liegt in Mitte des Berges Torrione. Die hervorragende QualitĂ€t des Marmors wurde in der Tunnelmitte entdeckt, als man diesen in den Berg schlug, um die TĂ€ler Fantiscritti und Torano miteinander zu verbinden. Dieser Tunnel wird heute nur noch einbahnig bis zum Steinbruch von Fantiscritti aus benutzt. Über dem Tunnel befindet sich ein hoher Marmor-Berg und ein weiterer offener Steinbruch. Vor dem unterirdischen Steinbruch Galeria Ravaccione ist ein privates Marmormuseum und ein Platz auf dem Freiluft-Konzerte und TheaterauffĂŒhrungen stattfinden.

Becken von Torano

Im Becken von Torano gibt es zirka 30 aktive SteinbrĂŒche, in denen der Statuario (weiß-gelbliches Bildhauermaterial), Statuario Venato (grau-weißes Bildhauermaterial), Calacatta, Cremo, Ordinario und Arabescato gebrochen wird. Im Talbecken von Torano befindet sich der Polvaccio-Steinbruch, aus dem Michelangelo einige seiner Steinblöcke gewann und heute als Cava-Michelangelo bezeichnet wird.

Becken von Colonnata

Bei Colonnata befindet sich der grĂ¶ĂŸte Steinbruch der apuanischen Berge, der Gioia-Steinbruch. Auch sind etwa 30 SteinbrĂŒche im Betrieb, in denen der Ordinario (weißlich), Venato (weiß), Arabescato und der Bardiglio (blau) abgebaut werden. Neben dem römischen Steinbruch Fossacava, der nur zu Fuß erreichbar ist, befindet sich die Ă€lteste MarmorbahnbrĂŒcke aus dem Jahre 1875. Das kleine Dorf Colonnata ist der ursprĂŒnglichste Ort der Steinbrucharbeiter mit einem sehenswerten Friedhof der bei der Arbeit VerunglĂŒckten und einem Mahnmal fĂŒr die Steinbrucharbeiter.

Weitere SteinbrĂŒche

Neben den offenen, ĂŒber Tage befindlichen SteinbrĂŒchen gibt es weitere Untertage-SteinbrĂŒche, dennoch wird der grĂ¶ĂŸte Teil im Tagebau betrieben.
Der Steinbruch, den Michelangelo im Auftrag Papst Leos X. erschloss, liegt hoch in einer Flanke des Berges Monte Altissimo in der NĂ€he des Ortes Seravezza.
Eine bemerkenswerte technische Leistung ist im Cervaiole-Steinbruch auf dem ĂŒber 1859 Meter hohen Monte Altissimo mit einer riesigen Aushöhlung von etwa 80 Metern LĂ€nge, einer Tiefe von 25 Metern und einer Höhe von 40 Metern zu bestaunen. Dieser Steinbruch wird von der Firma Henraux aus Carrara seit der nachnapoleonischen Zeit betrieben.

Gewinnung

Unterirdischer Steinbruch bei Carrara (Galleria Ravaccione)Heute wird der Carrara-Marmor in etwa 150 BrĂŒchen ĂŒber- und untertage mit SeilsĂ€gen und mit SchrĂ€men herausgesĂ€gt und nicht mehr in manueller Handarbeit aus den SteinbruchwĂ€nden gelöst.
SeilsĂ€gen fĂŒhren je nach Bedarf lange, dicht mit Hartmetallperlen besetzte Stahlseile durch die Marmorschichten im Steinbruch oder durch die Rohblöcke in den Verarbeitungsbetrieben. In den Hartmetallperlen befinden sich Industriediamanten. Ein stĂ€ndiger Wasserstrom kĂŒhlt die SĂ€geseile. SchrĂ€men schneiden mit SĂ€geschwertern bis zu einer LĂ€nge von vier bis fĂŒnf Metern in einer Arbeitstiefe von circa zwei bis zweieinhalb Meter Lösefugen in die Gesteinsschichten. Die SchrĂ€men sind fahrbare ĂŒberdimensionierte KettensĂ€gen, die ohne WasserkĂŒhlung arbeiten.Die Rohblöcke werden unter Einsatz von DruckluftbohrhĂ€mmern und Steinspaltwerkzeugen weiter nach Bedarf geformt.Diese GerĂ€te bringen die tonnenschweren Rohblöcke zur weiteren Bearbeitung auf das entsprechende Maß. Die Rohblöcke werden auf Lastkraftwagen auf den gefĂ€hrlichen, gewundenen Bergstraßen ins Tal gebracht. Dabei kommt es oft zu UnfĂ€llen. Die Blöcke werden in die mehr als 250 steinverarbeitenden Betriebe in Carrara und Massa transportiert, wo sie mit GattersĂ€gen, BlockkreissĂ€gen oder SeilsĂ€gen weiter zu Tranchen, Platten, Fliesen und anderen Steinprodukten verarbeitet werden.Wie in weiteren Marmorabbaugebieten werden Teilblöcke von Marmor, die wirtschaftlich nicht verwertet werden, in industriellen SteinmĂŒhlen zu Marmorstaub in Tausendstel-MillimetergrĂ¶ĂŸe zermahlen, der in Zahnpasta, Seife, Scheuermitteln sowie in der Glas- und Papierherstellung verwendet wird.Eine weitere wirtschaftliche Verwendung des Carrara-Mamors ist das Angebot verrundeter MarmorstĂŒcke, die ursprĂŒnglich aus den BĂ€chen im Carrara-Gebiet entnommen wurden und heute auch maschinell hergestellt werden. Sie finden vornehmlich im Gartenbau auf Blumenrabatten Einsatz.

Mineralbestand

Carrara-Marmore sind Metamorphite (Umwandlungsgesteine), die mindestens 50 Volumenprozent Calcit enthalten. Sie bestehen aus fast nur einem Karbonatmineral, sie sind monomineralisch. Marmore haben eine Umwandlung unter hohem Druck und hoher Temperatur eine Metamorphose erfahren. Die Kristallkörner des Calcits sind im Carrara-Marmor zumeist mit dem Auge erkennbar.

Verwendung

Marmor-Waschbecken aus Carrara-Marmor Bodenbelag aus Carrara-Marmor mit dunklem Gabbro Fassade der Finlandia-Halle von [[Alvar Aalto, fertiggestellt 1971]]Es gibt im Raum Carrara circa 50 verschiedene Sorten (z. B. Carrara-Marmor C, Ordinario, Venato, Calacatta, Statuario, Bardiglio, Gioa usw.). Der wertvollste ist der sogenannte „Statuario“, der Marmor fĂŒr Statuen. Große Statuario-Blöcke sind heute selten und teuer geworden. Der Statuario ist nicht in GĂ€nze weiß, sondern teilweise gelblich gestreift. Statuario ist besonders feinkörnig und ermöglicht filigrane Bearbeitungen durch die Steinbildhauer.
Die Farben von Carrara-Marmor sind nicht nur weiß, sondern auch grau bis blau, gelblich oder rötlich. Die gelbe Farbe wird durch Limonit, die blaue und graublaue durch Grafit, kohlige Substanzen oder Bitumen und die rötliche durch HĂ€matit hervorgerufen. Es gibt aber auch extrem dunkelblaue Carrarasorten. Chlorit und Serpentin-Minerale fĂ€rben grĂŒn. Eine unter den Carrara-Marmoren einmalige FĂ€rbung haben Calacatta Vagli, der rotbraune bis rötlich-graue Arabesken auf weißem Grundton, und Calacatta Rocchetta, der graugrĂŒnliche Arabesken zeigt.Karlfried Fuchs: Natursteine, Seite 84, siehe Lit. Diese stofflichen Beimengungen in den ursprĂŒnglichen Kalksteinen fĂŒhren zu dem fĂŒr Marmore typischen Dekor, zur Marmorisierung, die sich in unterschiedlichen Farbschattierungen zeigen kann.Dietmar Reinsch: Natursteinkunde, Seite 179, siehe Lit. Bardiglio, eine Sorte des Carrara-Marmors (Muster ca. 20 Ă— 15 cm) Marmortrog zum Einlegen des LardoDie weißen Carrara-Sorten können im Einzelfall feinstverteiltes Pyrit-Mineral enthalten und sich nach dem Einbau gelb bis brĂ€unlich verfĂ€rben. Es ist ein Mineral, das sich unter Einwirkung von Wasser zu SchwefelsĂ€ure zersetzen kann. Carrara-Marmore haben eine unter 0,5 Volumenprozent liegende Wasseraufnahme und zĂ€hlen aufgrund dieser Eigenschaft zu den frostfesten Gesteinen.Neben einer Verwendung fĂŒr Bildhauerarbeiten und DenkmĂ€ler wird Carrara-Marmor als Boden- und TreppenbelĂ€ge und FensterbĂ€nke im Innenausbau sowie als Natursteinfliesen in BĂ€dern verbaut. Im Konditorengewerbe kommen hĂ€ufig Arbeitstische aus Carrara-Marmor zum Einsatz, da Zuckerguss schnell abkĂŒhlen muss und MarmoroberflĂ€chen hierfĂŒr besonders geeignet sind, des Weiteren haftet kein Teig auf den MarmoroberflĂ€chen an.Ein Kubikmeter Carrara-Marmor kostet als Rohblock etwa 1.500 Euro, wobei hochwertigster Carrara-Marmor einen Preis von 10.000 Euro und mehr je Kubikmeter erzielen kann. 50 % der heutigen Förderung gehen in arabische LĂ€nder, um beispielsweise FlughĂ€fen stilistisch zu verfeinern oder Moscheen zu bauen. Insgesamt gehen drei Viertel der Gesamtproduktion ins Ausland. 3500 Menschen verdienen heute noch ihr Geld mit dem Marmor, davon gut 1000 im direkten Abbruch. Im Jahre 1999 wurde eine Million Tonnen verarbeitet, dabei entstanden etwa drei Millionen Tonnen nicht verwertetes Material, also SteintrĂŒmmer. Das war ein Abbau von etwa 1,5 Millionen Kubikmeter Gestein. Die TrĂŒmmer werden teilweise weiter zu Marmormehl fĂŒr industrielle Zwecke, zu Marmorsplitt und zu Kies fĂŒr Gartengestaltungen verarbeitet.
Eine Besonderheit am Rande sollte nicht unerwĂ€hnt bleiben, die inzwischen eine SpezialitĂ€t fĂŒr Feinschmecker geworden ist: Der Lardo di Colonnata (Speck aus Colonnata) ist ein sehr fetter Speck, der in dafĂŒr hergestellte Marmortröge mit Salz, GewĂŒrzen und KrĂ€utern geschichtet wird und mindestens ein halbes Jahr reifen muss. FĂŒr die Marmortröge eignet sich nur ein speziell ausgesuchter großkristalliner Carrara-Marmor. Lardo di Colonnata war frĂŒher das Essen der Steinarbeiter, die kalorienreiches Essen fĂŒr ihre harte Arbeit benötigten.

Siehe auch


* Liste der Marmore

Literatur


* Aldus Casa di Edizioni in Carrara (Hrsg.): Carta Tematica delle Cave di Carrara, 1:8000. italienisch, englisch, deutsch, französisch, o. A.
* Karlfried Fuchs: Natursteine aus aller Welt, entdecken, bestimmen, anwenden. Callwey, MĂŒnchen 1997.
* Luciana und Tiziano Mannoni: Marmor, Material und Kultur. Callwey, MĂŒnchen 1980, ISBN 3-766-70505-9.
* Mario Pinzari: Methods, techniques and technologies for quarrying ornamental stones. In: Marble in the world, hrsg. v. SocietĂ  Editrice Apuana S.r.l., Carrara 1990.
* Dietmar Reinsch: Natursteinkunde. Eine EinfĂŒhrung fĂŒr Bauingenieure, Architekten, Denkmalpfleger und Steinmetze. Enke, Stuttgart 1991, ISBN 3-432-99461-3.
* Der Spiegel. Ausgabe Nr. 13 vom 26. MĂ€rz 2012.

Weblinks


*
Marmo Carrara (italienisch, interessante Unterseiten)
*
Marmormuseum in Carrara
*
GefĂŒgeanisotrophie und Verwitterung von Carrara-Marmor (PDF, 4,44 MB)

Einzelnachweise


Kategorie: Marmor
Kategorie: Steinbruch
Kategorie: Carrara
Kategorie: Metamorpher Naturwerkstein
Kategorie: Naturwerkstein des TertiÀr

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